Mir kommt es vor, als würden wir hier schon seit Wochen durch die Highlands laufen. Ich denke, das liegt an der Vielfältigkeit dieses Weges. Die Charakteristik der einzelnen Etappen war an jedem Tag eine völlig andere. Manchmal wechselte die Szenerie der Landschaft selbst an einem Tag mehrfach. Auch wenn ich mich wiederhole: Aber so habe ich mir die Highlands nicht vorgestellt. Der Weg erfährt, wenn man ihn in Richtung Norden läuft, jeden Tag eine Steigerung. Deshalb rate ich dazu, die klassische Variante von Milngavie nach Fort William nach Norden zu wandern. Obwohl die umgekehrte Richtung ebenfalls beschildert ist und einige Wanderer uns auch entgegen kamen, bin ich der Meinung, dass der sprichwörtliche rote Faden der Dramaturgie dieses West Highland Way in Richtung Norden verläuft und nicht umgekehrt. Wenn ich mir nun vorstelle, dass ich heute statt durch die grandiose Bergwelt der Highlands, am letzten Tag von Drymen nach Milngavie durch endlose Weidelandschaft wandern würde, hätte diese Etappe im Vergleich zu den vorherigen sicher einen ganz anderen Eindruck hinterlassen. Sie ist im Vergleich zu den anderen eher langweilig, was wir vor einer Woche jedoch ganz anders sahen. Das ist vielleicht auch der Grund dafür, weshalb diese erste Etappe oft ausgelassen wird und viele den WHW erst am Loch Lomond beginnen.
Hier der Link zum GPS Track dieser Etappe auf GPSies: Klick
Noch viel mehr Fotos vom gesamten West Highland Way gibt es HIER.
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Nun ist es also raus. Im nächsten Jahr geht es nach Schottland. Nun werden einige sagen, dann gehört das nicht in diesen Blog… . Richtig, wir werden diesmal nicht auf einem ausgewiesenen Pilgerweg unterwegs sein. Aber für mich hat pilgern eigentlich immer weniger was mit dem Raum in dem man sich bewegt, sondern eher mit einer entsprechenden inneren Einstellung zu tun. Ich bewege mich zu Fuß über weite Strecken in unbekannter Gegend, besinne mich auf das nötige und das wesentliche im Leben, bekomme so den Kopf frei, erlebe alles viel intensiver und lerne vieles neue kennen. Das sind meine Erfahrungen, die ich bisher auf Pilgerwegen immer wieder machen konnte. Und wenn das dann auch noch in schöner Umgebung stattfindet – um so besser (ist aber nicht Bedingung).





Es ist noch dunkel draußen und zwei Gestalten mit großen Rucksäcken tapern durch den kühlen Morgen. Um 4 Uhr war die Nacht viel zu früh vorbei und nun marschieren wir straffen Schrittes zum unteren Bahnhof in Delitzsch. Eine viertel Stunde benötigt man für den Weg im Normalfall. Der Zug nach Leipzig fährt 5:30 Uhr. Trotzdem schließen wir bereits kurz nach Fünf die Haustür hinter uns zu. Ich bin nun mal gern etwas eher da.




