West Highland Way 2015

whwlogo-largeNun ist es also raus. Im nächsten Jahr geht es nach Schottland. Nun werden einige sagen, dann gehört das nicht in diesen Blog… . Richtig, wir werden diesmal nicht auf einem ausgewiesenen Pilgerweg unterwegs sein. Aber für mich hat pilgern eigentlich immer weniger was mit dem Raum in dem man sich bewegt, sondern eher mit einer entsprechenden inneren Einstellung zu tun. Ich bewege mich zu Fuß über weite Strecken in unbekannter Gegend, besinne mich auf das nötige und das wesentliche im Leben, bekomme so den Kopf frei, erlebe alles viel intensiver und lerne vieles neue kennen. Das sind meine Erfahrungen, die ich bisher auf Pilgerwegen immer wieder machen konnte. Und wenn das dann auch noch in schöner Umgebung stattfindet – um so besser (ist aber nicht Bedingung).

Warum nun ausgerechnet Schottland?

der West Highland Way

der West Highland Way

Eigentlich hat mich der Norden schon seit Anfang der 90er interessiert. Wir waren damals mit dem Bus am Nordcap und je weiter wir nach Norden kamen, um so faszinierender wurde die Landschaft. Was ich bisher auf Fotos und in Filmen gesehen habe, hat mich extrem neugierig gemacht auf das Land der Kelten. Auch wenn der West Highland Way angeblich der Camino Frances der Schotten ist. Die schottischen Highlands versuche ich mir ähnlich karg und leer vorzustellen, wie den Norden Skandinaviens. Wir werden aber sicher nicht allein sein, wenn man den Berichten glauben kann, die ich bisher las. Kulturell kam ich dem Land etwas näher, als eine Truppe von Leuten zu uns in den Heimatverein stieß, die sich damit beschäftigen Baumstämme, Steinkugeln oder Strohsäcke durch die Luft zu werfen und dabei merkwürdig gekleidet sind. „The Vikings“ suchten ein zu Hause und fanden es bei uns im Verein. Ja und dann die Musik! Bei „Pipes and Drums“ – ich kann nichts dagegen tun, bekomme ich Stachelbeerhaut. Wegen eines typisch schottischen Produktes fahre ich jedoch nicht nach dort hin. – Ich finde Whisky grässlich. Die Liebhaber dieses Gesöffs mögen es mir verzeihen.

Wir werden genau so viel Freude beim gehen und genau so schmerzende Füßen am Abend haben. Vieles wird genau so ablaufen wie sonst. Einiges wird jedoch sicher auch anders werden, als auf einem Pilgerweg. Schon deshalb, weil wir die Buchung der Unterkünfte einem Reiseveranstalter überlassen haben. Das ist eigentlich ganz entgegen meiner bisherigen Gewohnheit, alles selbst zu organisieren bzw. einfach los zu laufen. Es hat sich jedoch heraus gestellt, dass es für uns so einfacher ist. An diesem Weg herrschen nun mal andere Rahmenbedingungen, die wir an unsere Fitness und an unser Alter anpassen müssen. Auch wenn wir natürlich auf schönes Wetter hoffen, das Land ist berühmt dafür, dass es an einem einzigen Tag drei Jahreszeiten geben kann, vor allem in den Highlands an der Westküste. Und so ziehen wir es vor, eher in B&B Houses oder kleinen Hotels zu übernachten, als in den Bunkhouses, den „Schachteln“ oder im Zelt. Vor 20 Jahren wäre das sicher kein Problem gewesen. Aber ich glaube, aus dem Alter sind wir leider endgültig raus. Dabei geht uns mir nicht mal um den Komfort, sondern um die Sicherheit ein Plätzchen zu haben, wo man seine Kleidung für den nächsten Tag wieder trocken bekommt. Wenn der eine oder andere uns nun als Weicheier bezeichnen will – bitte!
Aber lauft erst mal mit diesen alten Knochen diese Strecken in diesem anspruchsvollen Terrain.
DSC08356Wir werden uns deshalb auch ausgesprochen viel Zeit nehmen für den Weg. Geplant sind neun Lauftage für 154 Kilometer. In sehr guter Verfassung kann man ihn auch in 6 Tagen bewältigen. Aber was sieht man dann noch rechts und links der Route?
Der West Highland Way beginnt in Milngavie am Stadtrand von Glasgow, führt gekennzeichnet durch dieses Logo am berühmten Loch Lomond und dem Rannoch Moor vorbei durch die faszinierenden Highlands und endet in Fort William. Zusätzliche Übernachtungen haben wir in Fort William (wir wollen auf den Ben Nevis – höchster Berg der Insel) und in Edinburgh gebucht.
Nun gut – genug der Vorrede. Wir freuen uns riesig auf die Tour. Ich werde sicher hier wieder was dazu schreiben und meine eigenen Fotos und Filme mitbringen.
Dafür müsst ihr euch aber noch bis zum Juni gedulden (wir müssen es ja auch). Wer schon etwas sehen will – einfach den eingebetteten Links folgen.
Und mal sehen, vielleicht findet sich im September noch etwas Zeit wieder hier in Deutschland auf Tour zu gehen.
Bis dahin, 
buen Camino,
euer Gert.
 
 
 

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