Der Kerryway Mai 2019

Vorwort:

Was hat uns dazu gebracht, diesen Weg in die Planung zu nehmen? Vorweg: Die Butter war´s nicht! Irland war schon lange auf dem Schirm, nachdem es uns in Schottland so gut gefallen hatte. Also wurde das Netz durchforstet nach Berichten und Videos. Und was ich bereits wusste, das irische Wetter gleicht leider dem schottischen: Zwischen den Schauern leichter Nieselregen, selten mal Sonne und fast immer Wind. Schottische wie irische Sprichworte ähneln sich deshalb und beschreiben eigentlich das gleiche Wetter: Wenn es dir nicht gefällt, warte 5 Minuten! – Was mich nun wieder etwas versönlicher stimmt, besteht doch die reelle Chance auch mal blauen Himmel zu sehen.


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Der Kerryway 1. Etappe Killarney – Black Valley

 Lake Lodge B&B

Ein Vorzug dieser gebuchten Reisen ist, dass man sich nicht um das Frühstück kümmern muss. Das Frühstück ist für uns eigentlich die wichtigste Mahlzeit des Tages auf solch einer Tour. Andrea wird zwar immer schon etwas eher ningelich, wenn am Nachmittag der Magen leer ist. Ich hingegen würde eigentlich den ganzen Tag ohne Essen überstehen. Eine Notration haben wir natürlich immer mit. Bei mir ist sie angewachsen 🙂  In den B&B’s ist das Frühstück immer sehr reichhaltig . Und das ist auch gut so. Denn auf dem Kerryway gibt es unterwegs kaum eine Möglichkeit zusätzlich Proviant zu bunkern.


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Der Kerryway 2. Etappe Black Valley – Lough Acoose

im Black Valley

8 Uhr gibt es heute Frühstück. Das ist für unsere Verhältnisse recht spät. Die Strecke heute sieht erst mal nicht so schwierig aus. Und mit 18 Kilometern ist sie auch nicht sehr lang. Das sollte doch ein recht entspannter Tag werden, denke ich mir noch. Wie man sich doch täuschen kann. Denn die zwei Pässe, die wir heute überwinden müssen, habe ich gehörig unterschätzt. Zudem ist es bereits am Morgen relativ warm, vor allem in der Sonne, die wieder von einem strahlend blauen Himmel scheint.

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Der Kerryway 3. Etappe Lough Acoose – Glenbeigh

Es sind heute wieder nur etwas mehr als 18 Kilometer auf der Strecke nach Glenbeigh. Heute geht’s zurück ans Meer. Jedenfalls müsste man es sehen, wenn man kurz vor dem Ort über das Windy Gap geht. In Erinnerung an die gestrige Etappe macht mir dieser Pass etwas Sorgen. Nun ja, man könnte ihn auch umgehen, indem man kurz vorher rechts abbiegt und um den Berg Seefin herum läuft. Allerdings mit den Pferdefüßen, dass die Strecke länger ist und dass man die letzten Kilometer direkt an der viel befahrenen N70, dem „Ring off Kerry“ entlang laufen muss – keine  so gute Idee. Also lasse ich es auf mich zukommen. Morgen wird es besser – da bin ich fest von überzeugt. Doch der Reihe nach….

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Der Kerryway 4. Etappe Glenbeigh – Cahersiveen

Dass das Frühstück hier im „Emir View“ wieder ausgezeichnet ist, muss ich wohl nicht betonen. Die Nacht verlief diesmal ruhig und ohne Störungen. Aber als ich das erste Mal wach wurde, sah ich schon das Dilemma – es regnet. Na gut, der Ire würde diesen Niesel nicht als Regen bezeichnen. Es ist wohl hier der normale Zustand zwischen den Schauern. Die Berge kann man nur erahnen. Na prima, denn gerade heute geht es auf einen Panoramaweg über dem Atlantik. Und gerade heute steht uns mit etwa 30 Kilometern eine ziemlich lange Etappe bevor. Ändern können wir es eh nicht. Und so lassen wir uns das Frühstück schmecken. Wieder gegen 9 Uhr verabschieden wir uns von unserer netten Gastgeberin.


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Der Kerryway 5. Etappe Cahersiveen – Waterville

Da habe ich heute Morgen etwas Verwirrung gestiftet. Wir hatten ja gestern gefragt, ob man uns bis zum Abzweig bringen kann. Und prompt steht da nach dem Frühstück ein Taxi vor dem Haus. Ich verbreite Hektik und lade schon mal unsere Rucksäcke und Stöcke ein. Aber nein! Das Taxi ist für eine Truppe aus Ohio bestimmt, die ebenfalls hier übernachtet hat. Ich lade also wieder alles aus und übe mich in Geduld. Breda Moran, die Hausherrin beruhigt mich, indem sie ihr Auto vor fährt. Andrea und Marion haben von einem Fauxpas glaube nichts mit bekommen. Wir schnappen also unsere kleinen Rucksäcke und ich stehe natürlich wieder an der falschen Seite des Autos. Da werde ich mich wohl nie dran gewöhnen.


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Der Kerryway 6. Etappe Waterville – Caherdaniel

Das Wetter heute Morgen hat sich leider nicht gebessert. Es ist immer noch trübe und grau draußen. Wir lassen uns das Frühstück schmecken und bereiten uns auf die Tour vor. Es sind heute mal nur 15 Kilometer bis Caherdanel und wir müssen nur 350 Meter rauf und natürlich auch wieder runter. Das hört sich alles nicht so dramatisch an. Und so lassen wir uns etwas Zeit heute Morgen. Ganz in Ruhe sitze ich im großen Ohrensessel, welcher im Vorraum steht und schnüre meine Schuhe. Andrea und Marion sitzen bei ihrer Morgenzigarette draußen auf der Bank und schwatzen. Sie finden halt immer wieder ein Thema… 🙂 „Nun müssen wir aber langsam los!“ Wir stellen noch das große Gepäck in den Flur und verabschieden uns von Mary.


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Der Kerryway 7. Etappe Caherdaniel – Sneem

Frühstücksraum Olde Forge

Heute geht’s also nach Sneem. Ich muss mich irgendwann an die seltsamen Namen gewöhnen, bin ich doch bekannt dafür, dass ich mir Ortsnamen eigentlich ganz gut merken kann. Hier habe ich immer noch so meine Probleme. Wobei Sneem ziemlich einfach ist. Die Matratze heute Nacht war mindestens halb so alt wie das Haus. Das ganze Bett hat geschaukelt, wenn man sich dreht. Trotzdem bin ich recht erholt nach dem langen Abend gestern. Die Etappe heute ist etwas über 19 Kilometer lang und es gibt einiges an Höhenmetern zu bewältigen. Insgesamt sind es 460 hoch und 480 wieder runter, natürlich aufgeteilt auf die gesamte Strecke. Wir sind wieder auf der “Olde Butter Road” unterwegs. Die Wege sollten also heute wieder etwas angenehmer werden. Denn die Kutschen brauchten ja etwas Platz in der Breite. Unser Tagesziel ist heute etwas größer, so dass ein Abendessen eigentlich gesichert sein sollte.


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Der Kerryway 8. Etappe Sneem – Kenmare

Blackwater Bridge

Als ich heute Morgen den Voucher beim Hausherren abgebe, ist dieser schon viel freundlicher als gestern Abend, etwas spröde aber durchaus zu Scherzen aufgelegt. Er scheint nur einen etwas schrägen Humor zu haben, den ich als Sprachunkundiger wahrscheinlich nicht so richtig verstehe. Er kommt jedenfalls seltsam rüber. Die Chefin, die ich nun zum ersten Mal sehe, umgibt dagegen diese Freundlichkeit, die wir hier bisher kennen lernen und genießen konnten. Alles gut also…. Die Schuhe sind auch noch da und wegen der Stöcke gab es kein weiteres Palaver. Nur eben die Zeit ist schon so weit fortgeschritten für einen langen 30 Kilometer Tag. Also haben wir kurzerhand beschlossen, bis zur Blackwater Bridge zu fahren. Der Transport ist bestellt und wir stehen vor dem Haus und warten.


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Der Kerryway 9. Etappe Kenmare – Killarney

Rose Garden B&B Kenmare

Es gibt für diese letzte Etappe mehrere Varianten, die wir besprechen mussten. Der Weg nach Killarney trifft am sogenannten Lassopunkt, an dem wir vor 9 Tagen zum Black Valley abbogen, auf den Abschnitt, den wir aus Killarney heraus bereits schon gelaufen sind. Diesen müssten wir also in umgekehrter Richtung nochmals gehen. Ich finde das eigentlich nicht so prickelnd. Eine Möglichkeit diesen Weg zu umgehen gäbe es, in dem man den Shuttle Bus nutzt, der vom Aussichtspunkt Ladys View einmal am Tag nach Killarney fährt. Dieser liegt nicht allzu weit weg von besagtem Abzweig. Wir müssten jedoch 13 Uhr dort sein. Das ist eigentlich zu schaffen, obwohl auch hier im Rose Garden B&B das Frühstück erst ziemlich spät ist. Also peilen wir trotzdem mal diese Variante an. Die andere Alternative wäre, die ellenlange und meiner Meinung nach langweilige Straße aus Kenmare heraus mit dem Taxi zu überbrücken und erst dort los zu laufen, wo die Straße in den Wanderweg zum Windy Gap mündet. Das machen viele so. In dem Fall würden wir aber natürlich auch die gesamte Strecke zurück nach Killarney gehen wollen und den Shuttle Bus nicht nutzen. Wir sind uns erst mal einig und laufen nach dem Frühstück gleich los, um 13 Uhr am Ladies View zu sein.


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