Sächsischer Jakobsweg Teil 2: Falkenau – Chemnitz

alles grau in grau

alles grau in grau

Der erste Blick heute morgen ist aus dem Fenster – nein, es regnet nicht. Auf dem kleinen runden Tisch kommt mein Tauchsieder wieder zum Einsatz. Auf diese Weise bekomme ich Andrea besser aus dem Bett. Es riecht nach Kaffee, auch wenn es nur löslicher ist, in dem auch gleich Milch und Zucker drin sind. Der Rest der Schuleinführungsfeiergesellschaft, der ebenfalls hier übernachtet hat, ist auch schon wieder zu Gange. Wir packen also schnell unsere Sachen zusammen, beißen noch mal in die bereits gummiartige Semmel (es ist erstaunlich, wie lange man so ne Semmel noch genießen kann, wenn nichts anderes da ist) und verlassen den Ferienhof. Ich mache noch einige Fotos, die gestern im Regen nicht so gut geworden wären. Doch es ist für 8:30 Uhr noch sehr dämmrig. Und die Fotos bekommen eine eher mausgraue Stimmung. Wir sind keine 100 Meter auf der schmalen Asphaltstraße in Richtung Flöha – Brücke unterwegs – und schon regnet es wieder.

Und hier gleich die Erklärung, weshalb es besser war, gestern nicht in Oederan zu übernachten, sondern die 4,5 Kilometer weiter hierher nach Falkenau zu laufen: Gestern hat es nur ab und zu geregnet. Doch heute scheint es sich einzuregnen. Und da sind wir ganz gut dran, wenn es heute diese 4,5 Kilometer weniger sind bis Chemnitz. Das bedeutet eine Stunde weniger im Regen.

Ferienhof Falkenau, der Backofen

Ferienhof Falkenau, der Backofen

Die kleine Fußgängerbrücke über die Flöha ist ganz in der Nähe. Auf der gegenüber liegenden Seite des Flusses führt ein asphaltierter Radweg direkt neben der Bahnlinie bis nach Flöha. Laut Streckenbeschreibung befindet sich der Weg direkt auf dem Hochwasser – Schutzdamm der Flöha bis zur Mündung der Zschopau. Das stimmt jedoch nur so lange, bis eine Baustelle uns den Weg versperrt. Hier wird der Damm erhöht, da das letzte Hochwasser gezeigt hat, dass er nicht mehr ausreicht. Für uns bedeutet das, einen anderen Weg aus dem Ort zu suchen. Viele Möglichkeiten bleiben nicht, da es laut Karte nur zwei Brücken über die Zschopau gibt. Nun kommt meine GPS App auf dem Smartphone zum Einsatz. Ich habe mir „Locus pro“ mit freien Vector Karten von OpenStreetMap drauf geladen, die sehr detailreich und speziell für Wanderer und Radfahrer kostenlos angeboten werden. Da sind auch kleine Wanderwege verzeichnet. Ja und hier gibt es genau neben der Bahnlinie so einen mit braunen Stricheln eingezeichneten Wanderweg. Der führt zur Brücke über die Zschopau. An der Böschung einer Eisenbahnbrücke liegt umgeworfen ein Schild, dass ursprünglich mal in Richtung des schmalen Trampelpfades gezeigt haben könnte, den wir an der Böschung ausmachen. „Nur Mut!“ Und schon stiefele ich voran die steile Böschung hinauf. Andrea folgt in großem Abstand hinter mir. Ihr ist die Sache mal wieder nicht ganz geheuer. Ich gebe auch zu, dass es bei solchen Querfeldein – Aktionen von mir immer mal Probleme gibt. Sprich: Die Erhoffte Abkürzung stellt sich manchmal als Umweg heraus. Ja, und dann bekomme ich was zu hören….

Der Weg zwischen zwei sehr hohen Hecken am Rande einer Gartensparte wird immer enger. So eng, dass mein klitzekleiner Schirm, den ich bereits gleich hinter Falkenau aufspannen musste, keinen Platz mehr dazwischen hat. Immer wieder muss ich ihn vor mir her durch´s Dickicht schieben. Ich kann mir vorstellen, welcher Film gerade hinter mir in Andreas Kopf abläuft und ich ziehe das Genick ein. Sie folgt aber mit respektablem Abstand, als wolle sie ihren Umweg verkürzen, wenn wir umdrehen müssen, weil es nicht weiter geht. Welche Erleichterung meinerseits: Der Weg öffnet sich und am Ende befindet sich ein großes Gittertor – zum Glück weit offen. Na das wäre es gewesen, wenn das verschlossen wäre. So haben wir jedoch die Fußgängerbrücke über die Zschopau direkt vor uns. Und da sie unter der Eisenbahnbrücke hindurch führt, nutzen wir die trockene Stelle zu einer kleinen Rast. Hinter uns sehe ich den versperrten Dammweg, auf dem wir hätten entlang gehen können, wenn da eben nicht die Baustelle wäre. Mann – das waren wieder mindestens zwei Kilometer mehr als geplant. Und da ein Pilger ja eigentlich lauffaul ist (ich glaube, ich schrieb das schon mal zu einer unserer anderen Wanderungen) ärgert er sich darüber besonders, vor allem bei diesem Wetter.
gleich oben!

gleich oben!

Beim anschließenden Anstieg hinter Flöha kommen wir ganz schön ins schwitzen. Es ist nicht sonderlich steil aber es geht sehr kontinuierlich bergauf. Mich plagen Schmerzen am rechten Rippenbogen. Das habe ich seit unserem Weg in MeckPom. Mein Arzt hat nichts unternommen deswegen, als ich ihm das mal anzeigte. Ich glaube ja, es ist das Bauchfett, das bei mir überflüssigerweise zu sehr vorhanden ist, was auf dem Rippenfell reibt und sich dann irgend was entzündet. Jedenfalls muss ich immer öfter Pause machen. Denn danach geht es wieder für ein paar Kilometer. Das Schlimme ist, man horcht ständig in den Körper, ob es nicht bald wieder los geht und provoziert es noch zusätzlich.

Schlamm zum Quadrat

Schlamm zum Quadrat

Na vielleicht tut mir bald was anderes weh, auf das ich mich dann konzentrieren kann. Auf dem Camino Frances hatte ich schon festgestellt, wenn es immer mal wo anders zwickt, ist es nichts ernstes. Trotzdem, es ist ärgerlich, weil es mir ansonsten und vor allem fußtechnisch relativ gut geht – trotz oder vielleicht auch wegen der neuen Schuhe. Japsend blicke ich ständig zu Boden und sehe, wie wahre Sturzbäche unter meinen Füßen mir entgegen kommen. Liebe Organisatoren, liebe Tourismus – Verantwortliche von Flöha, hier gehört unbedingt eine kleine Schutzhütte her, wo man mit trockenem Hintern verschnaufen kann. Auf der gestrigen Etappe waren ziemlich oft solche Hütten vorhanden. Na gut, einige waren Buswartehäuschen. Doch hier wird wohl nie ein Bus vorbei kommen.

da hinten muss irgendwo Euba sein

da hinten muss irgendwo Euba sein

Dann ist der Wald, durch den wir seit Flöha bergan gehen, endlich vorbei und damit auch der Anstieg. Wir treten auf eine Wiese und irgendwo da unten scheint Euba im Regenschleier versteckt zu sein. Hier hat man bestimmt auch ne prima Aussicht – heute leider nicht! Doch in Euba gibt es sicher ein Buswartehäuschen mit einer trockenen Bank. Und – ja richtig, da steht eins mit drei Sitzen aus Metallgittern. Der verglaste Bau sieht recht neumodisch aus. Doch ich sitze kaum, da klatscht mir ein dicker Tropfen auf den Haarschopf. „Das Ding ist undicht“ schimpfe ich und versuche mich zur Seite zu neigen, um den Tropfen zu entgehen. Es ist zum Haare raufen! Da hat man schon mal einen Unterschlupf…. Die altertümlichen aus Holz sind zwar recht duster aber wenigstens dicht. Und sie passen besser zum ländlichen Charakter der Gegend. Da entdeckt Andrea ein Bierwerbeschild. Und dort wo ein Bierwerbeschild ist, ist meist auch jemand der Bier verkauft hinter einem Tresen mit Tischen und Stühlen davor, kurz – eine Kneipe. Also wieder rauf den Rucksack. Fast hätte ich meinen Regenschirm vergessen. Aber draußen werde ich von oben an ihn erinnert.

11:47 Uhr - die Frisur sitzt....

11:47 Uhr – die Frisur sitzt….

Jaaaa! Die hat auf! Stellen wir freudig fest. Eine keine Kneipe, eher ein Imbiss steht etwas abseits der Straße auf einem kleinen Hügel. Drinnen ist es schön warm und vor allem trocken. Links sitzen an einem großen Stammtisch vier Männer, die in ihrem Stammtischgespräch inne halten und verwundert aufsehen, als wir eintreten und uns der Rucksäcke entledigen. Ich glaube die können nicht bereifen, weshalb man sich das bei diesem Wetter antut. Wir tun recht gleichgültig trotz unseres erbarmungswürdigen Zustanden und setzen uns an einen der restlichen zwei Tische in die Nähe des Heizkörpers. Auf diesem hängt wenig später meine Regenjacke. Die Wärme tut gut. Und ich bestelle mir ein Bier, was ich unterwegs eigentlich selten mache, da es mich ermüdet. Danach kommt was zu Essen aus dem umfangreichen Angebot und der Tag ist wieder schön. Eigentlich haben wir keine so richtige Lust mehr weiter zu gehen. Der Dauerregen zermürbt so langsam unsere Motivation. „Wenn es morgen wieder so regnet, fahren wir von Chemnitz nach Hause.“ sage ich. Der Vorteil, wenn man im eigenen Land nicht so fern von zu Hause pilgert ist, dass man sowas schnell entscheiden und ohne große finanzielle Einbuße durchziehen kann. Die Enttäuschung bleibt jedoch trotzdem. Aber die schöne freie Urlaubszeit bei diesem Wetter verplämpern? Ich will doch auch was sehen von der Gegend und nicht nur die Bäche unter meinen Füßen. Nee, wir sind uns einig, wir hören auf, wenn es morgen wieder so schlimm regnet.

Schweren Herzens ziehe ich meine zwar gut angewärmte aber immer noch nasse Regenjacke wieder drüber, werfe den Rucksack auf die Schultern und schon ziehen wir freundlich grüßend weiter. Weit kann es nicht mehr sein bis Chemnitz, war ich doch im vorigen Jahr mit Gustav auf seinem Vereinsgelände Divinus Edictum zu Gast. Das ist ein Verein, zur Pflege und Erhaltung des mittelalterlichen Kulturgutes und der Veranschaulichung der Lebensweise in dieser Zeit. Man stellt den deutschen Ritterorden nebst Gefolge dar. Jeder hat ein geschichtliches Vorbild und trägt dessen Namen. Gustav, der im zivilen Leben eigentlich Heiko heißt, stellt hier einen Mönch dar (fragt mich bitte jetzt nicht nach dem Namen, den konnte ich mir nie merken) – deshalb „Bruder Gustav“. Als ich ihn im Pilgerforum das erste Mal  mit bekam, glaubte ich wirklich er wäre ein Mönch, so ernst nimmt er die Sache.
Ortseingang Chemnitz

Ortseingang Chemnitz

Aber zurück zum Weg: Mit dem Auto brauchten wir von Chemnitz damals nicht sehr lange bis hier her. Neben der Straße laufen wir also weiter auf dem nassen Asphaltband des Radweges. Hin und wieder zischt ein Auto vorbei und mitleidige Blicke treffen uns daraus. Ha! Und schon entdecke ich das Ortseingangsschild von Chemnitz. Das Schild „Adelsberg“ dahinter lässt jedoch vermuten, dass es sich lediglich um ein eingemeindetes Dorf handelt und Chemnitz noch hinter den sieben Bergen liegt. Am Ende des Ortes biegt der Weg rechts in den Zeisigwald ab – Endlich wieder Schlamm unter den Füßen und nicht der harte Asphalt. Wir sind nicht mehr allein.

Weg durch den Zeisigwald

Weg durch den Zeisigwald

Viele Pilzsammler durchstreifen das Dickicht. Sie müssen nicht lange suchen. Bei diesem Wetter wimmelt es nur so von Pilzen. Auch einige Jogger kommen uns entgegen. Na die haben mindestens genau so ein Rad ab wie wir, denke ich. Wir kommen zu einem Stein, auf dem unter einer Muschel zu lesen ist: „Santiago de Compostela 3034 KM“. Na das geht doch…. Ob diese Angabe wirklich stimmt, ist eigentlich Wurst. Bei dieser Entfernung zählt man eher die zurück gelegten oder die am jeweiligen Tag geplanten Kilometer. Hier treffen einige Wege aufeinander und ich muss mich entscheiden, wo ich lang gehe.

"nur" noch 3034 Kilometer

„nur“ noch 3034 Kilometer

Denn vor unserer Abreise hatte ich mit Angelika Bergmann telefoniert, bei der wir übernachten wollen. Sie wohnt direkt am Zeisigwald, sagte mir aber, dass sie heute bis spät abends arbeiten muss. Sie arbeitet in einer Suchtklinik der Diakonie, nicht weit weg von ihrem Haus. „Kommt doch einfach bei mir auf Arbeit vorbei, da kann ich euch den Hausschlüssel geben und ihr müsst nicht auf mich waren“. Und schon beschrieb sie mir den Weg durch den Zeisigwald zu ihrer Arbeitsstätte in der Dresdener Straße. Ich war wieder mal sprachlos. So viel Vertrauen und Menschlichkeit begegnet mir und beeindruckt mich auf diesen Pilgerwegen immer wieder. Und das gerade in der heutigen Zeit, in der Missgunst und Misstrauen weit um sich gegriffen haben. Schön dass es solche Ausnahmen gibt. Andrea hat schon mehrfach gesagt, wenn sich jemand finden würde, der so einen historischen Weg, welcher an unserem Haus vorbei führt entdeckt, sie würde unser Haus auch für das Pilgervolk öffnen. So beschränken wir uns jedoch auf Versorgungsdienste für Pilger, die in Kleinliebenau in der Rittergutskirche übernachten und mit mir zuvor Kontakt hatten. Erst kürzlich trafen wir uns dort mit Gitti aus Neuseeland, die von Görlitz bis Vacha den ökumenischen Pilgerweg bewältigt hat. Es ist auch immer schön, wenn man sich mal persönlich kennen lernt, nachdem man öfter im Internet kommunizierte. Doch ich schweife wieder ab und wir werden immer nasser!!

Da es im Zeisigwald viele verschlungene Wege gibt und die Gefahr des Verlaufens nicht ganz von der Hand zu weisen ist, schlage ich Angelika´s Beschreibung, die ich eh bereits zur Hälfte vergessen habe in den Wind und gehe den weiteren aber sicheren da mit Muschelzeichen versehenen Weg. Und der führt uns vorbei an der Zeisigwaldschänke zum Steinweg, der den Jakobsweg kreuzt. Rund um die Schänke ist einiges aufgebaut worden in Erwartung der Ausflügler. Ein Clown steht allein und etwas traurig hinter einem Tisch mit vielen Utensilien für Kinder. Das Wetter spielt nicht mit heute. Und ich muss an den Ferienhof Falkenau denken, wo das Kartoffelfest sicher auch etwas ins Wasser gefallen ist am heutigen Sonntag. Laut GPS müssen wir rechts rum zur Klinik. Leider ist auf der Karte nicht zu sehen, dass der Steinweg eine viel befahrene Straße ist und dass wir uns ganz am äußersten linken Rand bewegen müssen, um nicht umgefahren zu werden. Es geht auch ziemlich bergauf, bis wir links einige Hauser auftauchen sehen. Das muss es sein, diese große restaurierte Villa. Ich rufe Angelika an, die gleich an die Tür kommt und uns herein bittet. Bei einer Tasse Kaffee merken wir glaube ich gleich, dass es passt. Und sie, dass sie uns vertrauen kann. Angelika beschreibt uns den Weg abseits der Straße durch den Wald und wir machen uns auf die Socken. Es gibt wirklich einen viel schöneren Weg durch den Wald. Und der geht nun in umgekehrter Richtung auch noch bergab.
pilgerfreundlich - steht auf dem Muschelschild

pilgerfreundlich – steht auf dem Muschelschild

Schnell haben wir das Grundstück gefunden mit dem Carport an dem tibetanische Gebetsfahnen hängen und ein Muschelschild mit der Unterschrift „pilgerfreundlich“. Etwas zurück gesetzt entdecken wir hinter großen Bäumen ein schönes mit wildem Wein bewachsenes Einfamilienhaus. Man kommt sich etwas seltsam vor, in das aller privateste einfach so einzudringen. Und man läuft nicht nur mit den Füßen, sondern auch gedanklich auf Zehenspitzen durch das Haus. Im Obergeschoss gibt es das Pilgerzimmer und ein großes Badezimmer mit Dusche. Die breite Liege hat Platz für uns zwei. Andrea entdeckt jedoch, dass sie ausziehbar ist. Nachdem wir unsere Utensilien wieder aus dem Rucksack geschüttelt haben, sieht es nicht mehr ganz so ordentlich aus, wie zu dem Zeitpunkt als wir das Zimmer betraten. Doch ich denke, Angelika hat Verständnis dafür, kennt sie doch den Tagesablauf eines Pilgers. Und morgen haben wir ja alles wieder eingepackt. Dieses Mal ist in Andrea´s Rucksack nicht alles trocken geblieben. Vor allem ihr Schlafsack ist etwas klamm geworden. Unsere Sachen hängen wir im Badezimmer auf und die kleine Handwäsche auch. Angelika erzählte uns von einer Gartenkanine ganz in der Nähe. Gepeinigt vom immer noch zwickenden Muskelkater, jedoch getrieben vom leeren Magen, humpele ich also die Treppe wieder runter.

in der Gartenkantine

in der Gartenkantine

Wir haben die Kantine gleich gefunden. Es waren keine 300 Meter. Wir sind die einzigen Gäste. Das Essen ist recht preiswert, sehr gut, jedoch viel zu viel. Es ist immer das Gleiche, ich sollte aufhören zu essen, wenn ich satt bin. Aber der Geiz treibt es rein und hinterher grummelt der Magen. Wenn die Beine nicht so schmerzen würden, könnten wir ja noch ein Stück gehen. Heinz – Werner Lehmann ein Mitorganisator des Sächsischen Jakobsweges wohnt hier ganz in der Nähe, so hat uns Angelika berichtet. Ich hatte bereits mal telefonischen Kontakt mit ihm und er würde sich sicher freuen, wenn wir mal guten Tag sagen würden. Doch es würde wohl eher ein „gute Nacht“ werden. Denn es ist mittlerweile nach 21 Uhr. Und da wollen wir ihn nicht um diese Zeit behelligen. Außerdem bin ich froh, dass uns hier niemand begegnet. Denn meine Gangart ist alles andere als geschmeidig. Ich bin froh, als ich wieder die waagerechte Position einnehmen kann. Etwas Pferdesalbe drauf und morgen wird das schon wieder….

Kurze Zeit später rappelt es unten. Angelika ist nach Hause gekommen und schaut bei uns noch mal rein. Ein paar Minuten haben wir noch, um bei einer Tasse Tee ein bisschen zu erzählen von den vielen schönen und weniger schönen Erlebnissen auf den Jakobswegen, die wir bisher gegangen sind. Auch Angelika ist „Mehrfachtäterin“. Man sieht ihr die Müdigkeit nach ihrem langen Dienst jedoch an. Und wir wollen sie nicht weiter von ihrer verdienten Nachtruhe abhalten. Sicher gäbe es noch viel zu erzählen. Doch wir wünschen eine gute Nacht, vereinbaren, dass wir erst 8:30 Uhr frühstücken, damit auch Angelika etwas ausschlafen kann und dann verkriechen wir uns in den Schlafsäcken.

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