Sächsischer Jakobsweg zweiter Versuch….

Ich weiß, es war lange Ruhe hier….

Stammleser können sich noch erinnern:

Ich war mit Bruder Gustav (also ohne Andrea) im vorigen Oktober schon mal auf dem Sächsischen Jakobsweg unterwegs. Wir wollten von Dresden nach Chemnitz gehen, was uns ja wie man im vorigen Post lesen kann, auch teilweise gelang.

Wegweiser in Kirchdorf

Wegweiser in Kirchdorf

Nun kam aber dieser dumme Achsenbruch an Gustavs Pilgerwagen dazwischen und wir mussten kurz vor Flöha abbrechen. (siehe voriger Post) Im Nachhinein gebe ich ja zu, dass mir das miese Wetter im vorigen Jahr diese Entscheidung recht leicht machte. Aber was man anfängt, bringt man auch zu Ende. Das hat mir mein Vater beigebracht. Und das versuche ich eigentlich schon während meines gesamten Lebens so zu halten, auch wenn einige Vorhaben mit zunehmendem Alter etwas länger dauern :). Aber dieser Weg ging mir seither nicht mehr aus dem Sinn. Und so plante ich bereits seit Anfang des Jahres die Zeit dafür ein.

Nun ist es soweit. In ein paar Tagen soll es wieder los gehen. Ganz so aufgeregt wie früher ist man natürlich nicht mehr, hat sich doch eine gewisse Routine eingestellt. Denn wir wissen ja, was auf uns zu kommt und die Ausrüstung ist nach vielen Optimierungen für unsere Belange optimal ausgewählt.
Ja, „unsere“! Denn Andrea kommt dieses Mal wieder mit.

Gustav geht zur gleichen Zeit auch wieder los, wie ich erfahren habe. Nur ist er auf seinem Weg nach Santiago schon einige hundert Kilometer weiter westlich mit seinem Pilgerwagen unterwegs. Es läuft jedes Jahr ein Stück des Jakobsweges und will so Santiago in einigen Etappen erreichen. Seinen Pilgerwagen hat er in Auswertung des bereits genannten Malheurs übrigens umgebaut. So war also unsere Testfahrt im vorigen Oktober nicht umsonst.

hier in Freiberg soll es los gehen

hier in Freiberg soll es los gehen

Wir nehmen uns eine Woche Zeit, um nach Hof zu kommen und so habe ich als Ausgangsort Freiberg gewählt. Ja ich weiß, da war ich schon – Andrea aber nicht. Und Freiberg ist mit der Bahn von uns aus sehr gut zu erreichen. Die erste Etappe bis nach Oederan ist dann auch nicht gleich sooo lang und wir können in Freiberg uns noch einen kleinen Stadtbummel leisten. Auf alle Fälle hoffe ich auf besseres Wetter als im vorigen Jahr.

Natürlich werde ich wieder berichten von unseren Etappen, die uns über Chemnitz, Stolberg und Zwickau entlang der alten Frankenstraße nach Hof bringen sollen. Das wird jedoch nicht live vom Weg geschehen, sondern wieder nachträglich zu Hause aufbereitet und durchdacht. Mir ist das bloggen unterwegs zu stressig. Ich schaffe es ja kaum noch mich durchzuringen Notizen zu machen. So verlasse ich mich hauptsächlich auf mein Gedächtnis und auf die vielen Fotos und Videos, die natürlich auch in diesem Jahr wieder auf der Chipkarte landen.

Apropos Fotos: Ganz so faul und träge wie es scheint waren wir in diesem Jahr bisher doch nicht. Wir haben schon zwei (konventionelle) Urlaubsfahrten hinter uns.

auf dem Vulkan San Martin auf La Palma

auf dem Vulkan San Martin auf La Palma

Im April waren wir für eine Woche auf der Kanareninsel La Palma wandern. Das kann ich absolut zur Nachahmung empfehlen: Grandiose Natur, spektakuläre Aussichten, ein fantastisch gekennzeichnetes Wanderwegenetz, kein Massentourismus, preiswerte Gastronomie, preiswerte Mietwagen, billiges Benzin dafür und sehr nette Menschen, das zeichnet La Palma aus. Was La Palma aber noch kennzeichnet ist die Tatsache, dass es wohl kaum einen Kilometer Straße gibt, der nicht in engen Kurven bergab oder bergan führt. Man benötigt für 20 Kilometer schnell mal über eine Stunde, weil man nebenbei eben mal einen Höhenunterschied von über 2000 Metern überwinden muss. Wer gerne in so einem Terrain Auto fährt, wird seine Freude daran haben. Doch auch zu Fuß ist auf der relativ überschaubaren Insel viel zu erreichen, auch wenn man für die Fahrt zu den Ausgangspunkten besser einen Mietwagen nutzt. Noch besser man verabredet sich mit mit einem zweiten Mietwagenlenker und hat so die Möglichkeit, nicht nur auf Rundwegen unterwegs zu sein zu müssen oder den gleichen Weg hin und zurück nutzen zu müssen. Wir hatten keinen zweiten Wagen, den man am Ziel postieren konnte, womit sich die Auswahl der Wege etwas reduzierte. Trotzdem sind wir voll auch unsere Kosten gekommen und hatten unvergessliche Erlebnisse. Man steigt nicht jeden Tag auf einen Vulkan….

Walliser Bergwelt (hier Westflanke des Wasenhorns)

Walliser Bergwelt (hier Westflanke des Wasenhorns)

Im Juni dann haben wir unser bewährtes Urlaubsdomizil in den Walliser Alpen wieder mal aufgesucht. Ich weiß gar nicht mehr zum wie vielten Mal. Ein Chalet auf knapp 1700 Metern hoch über dem Rhonetal war wieder unser Ausgangspunkt für viele schöne Wanderungen. Da wir schon seit 1990 recht regelmäßig dort hin fahren, kennen wir die Umgebung natürlich sehr gut und haben so die Möglichkeit „Neulingen“ die Gegend und ihre Reize entsprechend ihrer alpinistischen Möglichkeiten zu zeigen. Das machen wir schon einige Jahre mit vielen unserer Freunde so. In diesem Jahr rafften wir uns sogar auf Bitten eines langjährigen Freundes noch mal auf und fuhren dort hin, wo wir uns fast wie zu Hause fühlen. Wird das nicht langweilig? – werden einige jetzt fragen. Für uns nicht. Neben bekannten Wegen haben wir auch in diesem wie in den vorangegangenen Aufenthalten immer wieder neue, uns unbekannte Wege entdeckt. Manche Touren sind dabei, die wir uns vor unserem ersten Camino vor einigen Jahren nie zugetraut hätten.

Und so schließt sich der Kreis. Auch diese Erkenntnis nimmt man vom Camino mit. Man sollte sich mehr zutrauen. Und wenn es schief geht – na und? Dann versucht man es eben noch einmal. So wie wir in einigen Tagen auf dem Sächsischen Jakobsweg. Drückt uns die Daumen wegen des Wetters (ich bin nun mal lieber bei Sonnenschein unterwegs – das gebe ich ehrlich zu!) und dass unsere neuen Schuhe das halten, was sie versprechen.

Ja und da wären wir nun doch noch bei der Ausrüstung gelandet. Andreas LOWA Bora waren 7 Jahre alt und haben ihren Dienst nun getan. Nun wurde es Zeit für was neues. Wir haben in der Schweiz ein fast baugleiches Modell von LOWA gefunden und hoffen nun, dass es genau so haltbar ist, wie das erste und genau so gut passt.

meine Renegade sind leider nur noch Schrott

meine Renegade sind leider nur noch Schrott

Ich bin erst mal bedient von meinen LOWA Renegade. Nicht dass sie nicht gepasst hätten. Ich hatte in ihnen nicht eine Blase und sie haben mir wirklich gute Dienste geleistet. Aber etwas länger als die Garantiezeit sollte ein Schuh für knapp 170€ schon halten. Und dabei bemängle ich nicht mal die Sohlen, die sich relativ schnell ablaufen. Trotz regelmäßiger und intensiver Pflege, guter Lagerung und pfleglicher Behandlung an den Füßen, haben meine etwas mehr als zwei Jahre alten LOWA Renegade bereits nach etwa 1600 Kilometern den Geist aufgegeben. Und das geschah, in dem das Oberleder genau am Übergang zur Sohle im Bereich des Vorderfußes aufriss. Wenn es wenigstens eine Naht gewesen wäre, die könnte man reparieren lassen. Aber wenn das Leder reißt und man die Goretex Membran sieht, ist der Schuh eben Schrott. Nun taugen sie nur noch zur Gartenarbeit. LOWA meint, das wäre normaler Verschleiß. Na Dankeschön! Nach Recherchen im Internet sind meine Beanstandungen aber kein Einzelfall, so dass man sicher davon ausgehen kann, dass es ein Konstruktionsfehler bei dieser Serie ist.
Bleibt für alle derzeitigen oder angehenden Renegadeträgern zu hoffen, dass sie bessere Exemplare erwischt haben oder erwischen werden. (Ich will niemandem den Schuh ausreden!!) Einweiterer Punkt für einen Modellwechsel ist die Aussage des Herstellers, dass man die Sohlen beim Renegade nicht wechseln kann. Also bin ich nun auf Meindl umgestiegen und hoffe, dass ich an den Schuhen länger Freude habe.
Entschieden habe ich mich für den Ohio2 von Meindl. Den habe ich extrem preisgesenkt in einem Fahrradshop im Internet aufgestöbert. Von 179 auf 109€ gesenkt – da konnte ich mich zurück hablten und bin das Risiko eingegangen, den Schuh nicht anprobieren zu können. 1,5 Nummern größer habe ich ihn bestellt. Geliefert wurde er dann eine Nummer zu klein als ich es meiner Meinung nach angegeben hatte. Ob es ein Versehen von mir oder vom Shop war, konnte im Nachhinein nicht mehr festgestellt werden. Egal – zwei Tage später hatte ich ohne weitere Kosten die richtigen Schuhe an den Füßen. Erste Tests verliefen sehr zufriedenstellend. Der Schuh passt wie angegossen und macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Glück gehabt!
Diese Verfahrensweise ist jedoch nicht zur Nachahmung empfohlen!!! Schuhe sollte man genau wie den Rucksack anprobieren und erst nach reiflicher Überlegung entscheiden. Ich empfehle deshalb dringend, Wanderschuhe beim Fachhändler zu kaufen und sich beraten zu lassen. Also nicht auf mich schimpfen, wenn ihr das so macht wie ich mit meinen Schuhen und dann der Schuh drückt.

Gustav hatte anscheinend genau so ein Glück wie ich, denn bisher habe ich noch keine Klagen von ihm gehört. Er hat sich nämlich die gleichen Treter zum gleichen Preis im gleichen Shop gekauft. Ratet mal, wer ihn drauf gebracht hat……

So, das soll es für heute gewesen sein.  Ich melde mich wieder, wenn wir wieder zu Hause sind…..

 

 

 

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