
das muss wieder alles in den Rucksack
Nun liegt der Inhalt unserer Rucksäcke wieder schön sortiert im Wohnzimmer und wir sind mehr oder weniger startbereit für den Caminho Portugues. Warum mehr oder weniger? Ich bin sozusagen von der Couch aufgestanden, obwohl ich weiß, dass dies sicher nicht günstig ist. Der innere Schweinehund und ein paar Wehwehchen an der Achillesferse (“faule Ausrede” sagt Andrea) haben verhindert, dass ich mich besser vorbereite.
Der Flieger geht 15 Uhr ab Berlin Schönefeld. Wir fahren mit Jörgs Auto zum Flugplatz. In dessen Nähe haben wir bereits lange voraus einen Parkplatz online gebucht und ein Kleinbus bringt uns von dort zum Abfertigungsgebäude. 55 Euro für 18 Tage inklusive Transfer – das ist annehmbar.




Nun ist es also raus. Im nächsten Jahr geht es nach Schottland. Nun werden einige sagen, dann gehört das nicht in diesen Blog… . Richtig, wir werden diesmal nicht auf einem ausgewiesenen Pilgerweg unterwegs sein. Aber für mich hat pilgern eigentlich immer weniger was mit dem Raum in dem man sich bewegt, sondern eher mit einer entsprechenden inneren Einstellung zu tun. Ich bewege mich zu Fuß über weite Strecken in unbekannter Gegend, besinne mich auf das nötige und das wesentliche im Leben, bekomme so den Kopf frei, erlebe alles viel intensiver und lerne vieles neue kennen. Das sind meine Erfahrungen, die ich bisher auf Pilgerwegen immer wieder machen konnte. Und wenn das dann auch noch in schöner Umgebung stattfindet – um so besser (ist aber nicht Bedingung).





Es ist noch dunkel draußen und zwei Gestalten mit großen Rucksäcken tapern durch den kühlen Morgen. Um 4 Uhr war die Nacht viel zu früh vorbei und nun marschieren wir straffen Schrittes zum unteren Bahnhof in Delitzsch. Eine viertel Stunde benötigt man für den Weg im Normalfall. Der Zug nach Leipzig fährt 5:30 Uhr. Trotzdem schließen wir bereits kurz nach Fünf die Haustür hinter uns zu. Ich bin nun mal gern etwas eher da.



