Via Regia 7. Tag 27.Mai 2012 Stedten – Vieselbach

Am Morgen hinter Stedten

Am Morgen hinter Stedten

Auch heute laufen wir nach dem kurzen Frühstück vor der Kirche in Stedten sehr früh los. Wir verabschieden uns nochmals von unserer neuen aber kurzen Bekanntschaft aus Gera, denn sie will erst später los ziehen in Richtung Erfurt. Ein prüfender Blick in den Schlafraum, die Küche und das WC – nichts vergessen – und los. Die Sonne geht gerade auf, als wir durch die noch feuchten Wiesen in Richtung Ottmannshausen laufen. Sie steigt wie an bisher jedem Tag in einen fast wolkenlosen Himmel. Man was haben wir bisher für ein Schwein mit dem Wetter! Die unbenutzte Regenkleidung ist unterdessen am Boden des Rucksackes angekommen und wir hoffen, dass die da auch an den nächsten Tagen bleiben kann.

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Via Regia 5. Tag 25.Mai 2012 Roßbach – Eckartsberga

Es war gestern Abend nicht so einfach mit dem Einschlafen. Eine große Gruppe Jugendlicher bewohnte außer uns noch das Jugendbildungszentrum. Ich glaube es waren Schwesternschüler und natürlich -innen. Das konnte man aus den unüberhörbaren (nein, ich lausche nicht!) Gesprächen am Nachbartisch heraushören, als wir am Abend noch auf der Terrasse gesessen hatten. Und etwas Alkohol muss ebenfalls geflossen sein. Denn mit der Nacht setzte dann auch eine rege Unterhaltung zwischen den Häusern ein. Etwa 250 Meter oberhalb gibt es noch ein älteres Nebengebäude. Und über diese Entfernung rief man sich dann so allerhand Sachen zu. Als pubertäres Geplänkel würde ich es mal bezeichnen. Na jedenfalls war an Schlaf die ersten zwei Stunden nicht zu denken. Wir wollten aber auch nicht die Spielverderber sein, waren schließlich auch mal jung.

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Via Regia 4. Tag 24.Mai 2012 Freyburg – Roßbach

DSC07848-001Am Abend noch ne Flasche Roten und wir hatten in dieser Nacht etwas besser geschlafen. Schnell was essen etwas löslichen Kaffee und alles einpacken, runter auf den Hof und los. Nur nicht so schnell mit den “jungen” Pferden. Denn Herr Fiedelak holt uns zurück in sein Büro. Er steht sehr feierlich auf, was ein wenig merkwürdig aussah in seiner Arbeitskleidung, nimmt bedeutungsvoll ein kleines Büchlein in die Hand. Aus den Herrnhuter Büchern liest er uns dann die Losung für diesen Tag vor und wünscht uns Glück auf den Weg. Wir bedanken uns herzlich und wünschen ihm auch alles Gute. Nun aber los. Zurück über die Unstrutbrücke zweigt der Weg rechts ab und führt linksseitig vom Ufer aus der Stadt.

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Via Regia 3. Tag 23.Mai 2012 Merseburg – Freyburg/Unstrut

DSC07726-001Zum Glück war in der Nacht das Viertelstunden – Geläut der Kirchturmuhr abgestellt, sonst wäre ich noch öfter in der Nacht wach gewesen. Das Klacken der Unruh (das Wort Ticken wäre hier zu harmlos gewesen) und die Mechanik des stummen Geläutes nervten aber trotzdem vor dem Einschlafen oder besser ständigen wieder – Einschlafen. Und so schön die Kühle im Raum noch am Tag war, wenn man von der Straße herein trat, so unangenehm wurde sie in der Nacht. Andrea brauchte noch zusätzliche Decken, die ich ihr barfuß über den Betonboden laufend, aus dem Vorraum zur Empore holte. Die Feldbetten knarrten lautstark, wenn man sich bewegte. Nein das war keine so gute Nacht. Und etwas unheimlich war es auch mitunter. Weil die Akustik des großen Raumes jedes kleine Geräusch verstärkt und es unmöglich ist dieses zu orten. Man hört und achtet dann auf jedes Knacken im Gebälk über der Kassettendecke, auf jedes Rascheln in den Ecken. “Sind hier Mäuse?” “Ja bestimmt!” In welcher Kirche gibt es keine?

 

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Via Regia 1. Tag 21.Mai 2012 Delitzsch – Kleinliebenau

Die Zeit vergeht wie im Fluge und ich habe oft gelächelt, wenn ältere Leute dies in Bezug zu ihrem Alter brachten. Jenseits der 50 bekommt man das dann auch mehr und mehr zu spüren und kann darüber gar nicht mehr so richtig lächeln. Und so ist er dann auch wieder schnell da, der Tag, an dem wir für 14 Tage unsere Haustür hinter uns verschließen.
und das soll alles in den Rucksack

und das soll alles in den Rucksack

Am Abend bevor wir losgehen, legen wir nochmals alles auf dem Fußboden aus, was wir glauben zu brauchen auf unserem Fußmarsch. Ich werde jetzt hier keine Packliste aufschreiben, nur soviel: Der größere der beiden Rucksäcke ist natürlich meiner (7,5 kg) und  der kleinere, der von Andrea (6,3 kg). Hinzu kommt noch je eine Flasche Wasser (1 kg). Da liegen wir wieder ganz im Limit und in etwa gleich mit dem, was wir auf dem Camino Frances auf dem Rücken hatten. Zusätzlich ist dieses Mal eine Isomatte mit von der Partie. Die wird ausdrücklich im Pilgerführer verlangt, den wir neben den Pilgerausweisen beim Verein ökumenischer Pilgerweg e.V. über diesen Link bestellt hatten. Der Pilgerfürer ist zwar sehr informativ und schön gestaltet aber mir ist er etwas zu schwer und zu groß.

 

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Ökumenischer Pilgerweg – die Vorbereitung

Der ökumenische Pilgerweg durch Sachsen, Sachsen Anhalt und Thüringen (Via Regia)

 
1. die Vorbereitung
Mehr durch Zufall erfuhren wir von einem Pilgerweg, der fast direkt vor unserer Haustür vorbei führt, die Via Regia oder auch ökumenischer Pilgerweg durch Sachsen, Sachsen Anhalt und Thüringen.
Wegzeichen des ökumenischen Pilgerweges

Wegzeichen des ökumenischen Pilgerweges

Der Weg hat seinen Anfang in Görlitz, verläuft über Bautzen, Kamenz, Großenhain, Strehla, Wurzen, Leipzig, Merseburg, Freyburg, Naumburg, Eckartsberga, Erfurt, Gotha, Eisenach bis nach Vacha, womit schon die wichtigsten Orte am Weg benannt sind.

Durch die Presse hatten wir von einem kleinen Pilger- und Kulturverein in Kleinliebenau bei Leipzig gehört, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Pilgern eine Unterkunft bereit zu stellen. Ein kleines Kirchlein, welches früher zum Rittergut gehörte wurde mittels Geldern vom Landkreis Delitzsch, von Sponsoren und durch viel Eigenleistung wieder zum Leben erweckt. Doch dazu später mehr.
Unser Interesse war nach unserem Camino Frances im Mai / Juni 2011 und den immer noch nachwirkenden sehr positiven Erlebnissen jedenfalls geweckt. Und wir wollten uns das ganze mal näher ansehen.

Also beschlossen wir Anfang 2012 von zu Hause aus los zu laufen.

 

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Camino Frances

Von 12. Mai bis zum 16. Juni 2011 waren wir gemeinsam auf unserem ersten Pilgerweg von Seant Jean Pied de Port bis nach Santiago de Compostela unterwegs.

Leider muss ich die Hoffnung auch hierüber etwas lesen zu können enttäuschen. Dieser Weg war etwas ganz besonderes und sehr persönlich. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, hierüber nichts zu veröffentlichen.

In den Unterkategorien könnt ihr jedoch die Fotos von diesem Weg sehen.

Zwischen diesen beiden Fotos liegen 800 Kilometer, 12 Kilogramm (bei mir!!) und manche Erkenntnis über sich selbst.

DSC01894

vor dem Abflug in Berlin Schönefeld

 

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der letzte Etappenring auf meinem Wanderstock