Heute ist nun der letzte Tag angebrochen, an dem wir auf der Via Regia unterwegs sind. Sicher wäre es auch schön gewesen, weiter bis Vacha zu gehen. Wir sind aber auch noch nie auf dem Rennsteig gewesen, obwohl wir sehr oft den Thüringer Wald besuchen, da wir dort Freunde haben. Und so stehen wir 8 Uhr, also heute etwas später, wieder auf der Straße, um diese Etappe anzugehen. Sie verspricht mit der Überschreitung der Hörselberge etwas anstrengender und recht interessant zu werden. Warum heute so spät? Im Bodelschwingh – Hof gibt es ein hervorragendes Frühstück im Speisesaal und das wollten wir uns natürlich nicht durch die Lappen gehen lassen. Wir gehen nun wieder hinunter zum Ort Mechterstädt, um auf der am Vortag erkundeten Abkürzung wieder auf den Jakobsweg zu kommen. Auch an diesem Abzweig steht ein Wegweiser, wahrscheinlich für Pilger, die den Weg in umgekehrter Richtung gehen oder die den ersten verpasst oder übersehen haben.
Wir haben gut geschlafen bei Familie Tilp in Vieselbach und zu allem Überfluss hat Frau Tilp uns noch ein wunderbares, reichhaltiges Frühstück zubereitet. Herr Tilp hatte dann ein Einsehen, dass das so mit dem vollen Magen nichts wird mit dem Rucksack bis nach Erfurt und fährt uns mit seinem Auto bis zum Domplatz. Ich habe auch gar kein schlechtes Gewissen dabei. Es wäre uns auch heute etwas zu weit gewesen. Und die Gewerbegebiete zwischen Vieselbach und Erfurt sind wirklich nicht besonders erbaulich. Genug der Ausreden??
Am Abend noch ne Flasche Roten und wir hatten in dieser Nacht etwas besser geschlafen. Schnell was essen etwas löslichen Kaffee und alles einpacken, runter auf den Hof und los. Nur nicht so schnell mit den “jungen” Pferden. Denn Herr Fiedelak holt uns zurück in sein Büro. Er steht sehr feierlich auf, was ein wenig merkwürdig aussah in seiner Arbeitskleidung, nimmt bedeutungsvoll ein kleines Büchlein in die Hand. Aus den Herrnhuter Büchern liest er uns dann die Losung für diesen Tag vor und wünscht uns Glück auf den Weg. Wir bedanken uns herzlich und wünschen ihm auch alles Gute. Nun aber los. Zurück über die Unstrutbrücke zweigt der Weg rechts ab und führt linksseitig vom Ufer aus der Stadt.


