von Porto nach Muxia – 11. Etappe – von Padrón nach Santiago de Compostela

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Bar „Don Pepe“

Heute nun gehen wir nach Santiago – zum dritten Mal. Aber zum ersten Mal im Sonnenschein. Bisher hat uns Santiago immer im Regen empfangen. Das ist heute sehr unwahrscheinlich, wenn der Wetterbericht stimmt. Wir wollen zeitig da sein, um noch etwas in der Stadt unternehmen zu können. Dass es dann ganz anders kommt, wissen wir noch nicht, als wir uns 7 Uhr vor der kleinen Bar in der Nähe der Santiago – Kirche treffen. Die persönliche Werbung des netten Herrn, der uns gestern ansprach, hatte also Erfolg. Es ist auch die einzige Bar, die bereits geöffnet hat, soweit ich das beurteilen kann. Als wir eintreten sind wir baff. Der gesamte Raum hängt voller Pilger – Utensilien. Das sind so viele Erinnerungsstücke, dass man völlig die Übersicht verliert. Selbst an der Decke hängen Kleidungsstücke, auf denen so mancher Pilger sich verewigt hat. Hier beginnen scheinbar die meisten Pilger ihre letzte Etappe vor Santiago. Zu Toast und Kaffee bestellen wir frisch gepressten Orangensaft und ich muss hier einfach ein paar Fotos machen. Leider merke ich mir nicht den Namen der Bar in der Rua Ruiz Pons. Aber wer nach Padrón kommt, wird sicher Bekanntschaft machen mit dem Besitzer. Er spricht jeden Pilger an, der an seiner Bar vorbei geht. Wirklich – das ist keine plumpe Werbung, damit man in den Laden geht! Das lohnt sich wirklich, dort sein Frühstück zu nehmen. Wenn ihr dann auch noch im Pilgerbuch ein paar Zeilen hinterlasst, macht ihr die guten Leute richtig glücklich. Zu unserer großen Überraschung nimmt der Hausherr dann bei der Verabschiedung auch noch jeden von uns in den Arm und wünscht uns einen guten Weg. Das ist ein Ritual, welches ich als sehr angenehm und rührend empfinde.

Unterdessen hat mir jemand über Facebook den Namen der Bar genannt: Bar „Don Pepe“. Sie hat sogar eine Facebook Seite.
Hier der GPS Track der heutigen Etappe (mit Umwegen): Klick
QR Code zum Track auf GPSies

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Eigentlich sind es heute nur etwa 23 Kilometer. Es werden jedoch fast dreißig werden – unfreiwillig! 

 

Gleich vorn weg:

 

 

Die folgende Schilderungen der Geschehnisse sind mit Jörg abgesprochen und er ist einverstanden damit, dass ich die doch sehr persönlichen Fakten nieder schreibe und veröffentliche.
Vielen Dank dafür.
 
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Es ist noch stockdunkel als wir die Stadt verlassen. Mal rechts mal links der N550 stolpern wir im Schein der Stirnlampen durch die Finsternis. Einmal übersehen wir sogar einen Wegweiser und biegen falsch ab. Doch bereits nach 100 Metern schickt uns eine aufmerksame Anwohnerin wieder zurück auf den rechten Weg. Wir durchwandern viele kleine, typisch galicische Dörfer. Im Zickzack geht es durch die engen Gassen. Hunde begleiten uns ein Stück des Weges oder kläffen uns durch den Maschendraht aus sicherer Entfernung an. Es geht gut voran heute morgen. Kurz vor A Escravitude, die Dämmerung hat gegen den Tag verloren, schwenkt der Weg wieder einmal nach Links auf die N550 ein.
Igrexa da Nosa Señora da Escravitude

Igrexa da Nosa Señora da Escravitude

Von Weitem sieht man bereits die zwei Türme der Igrexa da Nosa Señora da Escravitude, wie sie auf Galego heißt. Die barocke Gestalt der beiden Türme lässt den Kirchbau wie ein Abbild des Hauptportals der Kathedrale von Santiago erscheinen. Auch eine große Außentreppe gibt es. Diese liegt jedoch direkt an der Fahrbahn der N550 und man muss hinauf, wenn man die Straße nicht überqueren will. Ich steige die Treppe hinauf bis ganz nach oben, um von dort nach den anderen Ausschau zu halten. Ich bin heute wegen meines angeschlagenen Tempos ein ganzes Stück vorn weg. Treppensteigen ist jedoch nicht so ganz meins. Und diese ausgelatschten, ungleichmäßigen Stufen lassen mich am oberen Ende ganz tief atmen. Die Fotos, die ich mit großem Zoom von meinen Begleitern mache, sind allesamt verwackelt und ich muss sie später löschen. Ich kann den anderen aber wenigstens den Aufstieg ersparen, da ich feststelle, dass die Kirche leider wieder mal verschlossen ist. Hier hätte ich gern mal rein geschaut. Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert über einer Quelle mit heilendem Wasser („Fonte Santa“) durch Spenden errichtet und 1743 in der heutigen Gestalt im Stil des Barock fertig gestellt.
Wir könnten auch was zu trinken gebrauchen stelle ich fest und „eine Toilette!“ kommt von anderer Seite. Zum Glück befindet sich genau gegenüber der Kirche auf der anderen Straßenseite eine geöffnete Bar. Die ist gut besucht und wir müssen sogar auf der Toilette anstehen.
Horreos

Horreos

Frisch gestärkt und erleichtert läuft es sich noch mal so gut. Selbst bei langen Anstiegen entlang der Straße komme ich nicht außer Atem. Ich wundere mich über mich selbst und bemerke, dass es mir wesentlich besser geht, wenn ich etwas größere Schritte mache und mich mit den Stöcken kräftig auf dem Asphalt abschiebe. Die Quälerei vor Ponte de Lima ist längst vergessen. Marion, der ich heute sogar folgen kann fragt mich, ob ich schon gemerkt habe, dass ich bergauf wesentlich schneller gehe als bergab. „Nee, das hab ich noch nicht gemerkt“, sage ich ohne meine Verwunderung zu verbergen. Jörg und Andrea kommen bei der nächsten Rast am Ortseingang von Angueira de Suso etwas später an.
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Es ist nicht ein Tag wie der andere und es ist nicht von Bedeutung, wenn man mal warten muss. Schließlich mussten alle anderen am Anfang des Weges dauernd auf mich warten. Jörg blieb heute bei Andrea, damit sie ihren Schritt laufen kann, so dachte ich hier noch. Und ohne weitere Gedanken stiefele ich mit Marion nach der Pause wieder los. Bei der nächsten Gelegenheit machen wir wieder Pause und die beiden können aufschließen. Etwa 8 Kilometer vor Santiago geht es ziemlich lange einen Berg hinauf, auf dessen Gipfel eine Sendeanlage steht. Oben, so habe ich im Pilgerführer gesehen, befindet sich ein Kiosk. Das ist DIE Gelegenheit, um sich vor dem Einmarsch in Santiago noch mal zu stärken und auf die anderen zu warten. Nun sitzen wir hier jedoch bereits eine dreiviertel Stunde. Ich schaue besorgt immer wieder in die Richtung, aus der die beiden gleich auftauchen müssten. Viele Pilger biegen um die Ecke. Andrea und Jörg sind nicht dabei. Nun mache ich mir aber langsam immer größere Sorgen. Da kommt ein Bekannter auf mich zu und meint, dass Jörg etwa 2 Kilometer weiter zurück ist und es ihm gar nicht gut geht. Der junge Mann ist Apotheker, also fast vom Fach und er kann das sicher gut einschätzen. Zudem hat er ein Blutdruckmessgerät einstecken (wozu auch immer?). Jörgs Herzfrequenz wäre über 200 und auch sein Blutdruck befindet sich in diesen Regionen. Er hat schon Orientierungsprobleme und Schwierigkeiten zu sprechen. Das sind alles sehr ernste Alarmzeichen. Ich lasse meinen Rucksack bei Marion und renne den Berg wieder herunter.
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Die entgegen kommenden die mich nicht kennen, schauen mich seltsam an so ohne Gepäck. Und die, die mich kennen, sprechen mich an und steigern meine Beunruhigung. Sogar die lustigen Spanier aus Caldas de Reis machen sehr ernste Gesichter. Tausend Gedanken schwirren mir durch den Kopf. Ich weiß, dass Jörg schon immer über Herzrasen klagt. Er springt, wenn wir unterwegs sind, manchmal urplötzlich vom Fahrrad und hält sich die Brust. Sein Herz rast dann wie wild, schlägt aber nach wenigen Minuten wieder völlig normal. Untersuchungen danach haben nie etwas abnormales ergeben. Er hat das Herz und die Gefäße eines Sportlers sagen die Ärzte. Man könne es nur finden, während der Rhythmus – Störung. Und die ist immer schon bereits wieder weg gewesen, wenn er deswegen beim Arzt war. Aber diesmal scheint es ernst zu werden, da es sehr lange anhält. Ich halte Ausschau nach den beiden, während ich über Stock und Stein stolpere. Bei Ameneiro dann sehe ich Andrea und einen Menschenauflauf an einer Straßenkreuzung. Jörg sitzt auf einer Bank und hält sich die Brust. Er ist immer noch davon überzeugt, dass das gleich wieder weg ist, wirkt auf mich aber seltsam abwesend jedoch gleichzeitig völlig aufgeregt. Wie das auf solch einem Weg aber meist ist, trifft man gerade dann die richtigen Leute, wenn man sie braucht. Zwei junge Mädchen aus Bayern, die wir bereits vor Pontevedra kennen lernten, übernehmen die Alarmierung des Rettungsdienstes. Sie sprechen sehr gut englisch und meinen, dass in den Rettungsleitstellen auch mindestens einer Dienst tut, der Englisch spricht. Heute anscheinend nicht. Denn es gibt große Probleme, unseren Standort zu beschreiben. Eine Anwohnerin, bei der Andrea anklopft, hat ihr die Tür sofort wieder vor ihrer Nase zu geknallt. Sie hat sie wahrscheinlich nicht verstanden. Dann kommt zum Glück eine spanische Pilgerin, die in einer Notaufnahme Krankenschwester ist. In ihrem Schlepptau ein Deutsch – Spanier, der die Übersetzung übernimmt. Ich sage ja, der Weg bietet jedem genau das, was er gerade braucht. Ich bin ja nicht abergläubisch. Aber hier in dieser Situation könnte man es werden.
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Von Fern höre ich die Sirene des Rettungswagens näher kommen, aber auch gleich wieder leiser werden. „Er ist vorbei gefahren der Idiot“, sage ich in mich hinein. Wir haben die GPS Daten und die Kilometerangabe des Monolithen durchgegeben, der hier an der Ecke steht. Die müssen doch den Verlauf des Camino kennen! Nein, kennen sie anscheinend nicht. Ich renne zur N550, die hier in der Nähe vorbei führt und auf der der Rettungswagen anscheinend vorbei gefahren ist. Die Spanierin kommt mit dem Telefon am Ohr mir nach und übermittelt die Straßennamen. Hier Ortsnamen auszumachen ist nicht einfach. Da muss man genaue Ortskenntnis besitzen. Rund um Santiago ist das Land sehr dicht besiedelt und im Speckgürtel der Stadt befinden sich viele Streusiedlungen ohne erkennbare Ortsgrenzen. Das macht die Sache nicht einfacher. Doch da sehe ich den Rettungswagen in die Querstraße einbiegen. Wild mit den Armen fuchtelnd mache ich auf mich aufmerksam und zeige ihm die Stelle, an der er abbiegen muss. Als ich wieder bei Jörg bin, ist dieser bereits im Rettungswagen verschwunden. Er wird hier vor Ort gleich behandelt und der junge Mann dolmetscht. Ob das gut oder schlecht ist, weiß ich nicht. Als endlich jemand raus kommt, meint er, dass es Jörg wieder besser geht, dass sein Blutdruck und seine Herzfrequenz wieder normal sind und dass er ganz langsam weiter bis Santiago weiter laufen könne. Kurze Zeit später steht Jörg vor dem Rettungswagen und verkündet, dass es ihm wieder gut geht und wir jetzt weiter können. Der Meinung bin ich ganz und gar nicht. Und so fahre ich ihn etwas barsch an: „Hier ist gar nichts gut. Du setzt dich jetzt hier hin und wir beraten, wie es weiter geht. Ich will und kann diese Verantwortung nicht übernehmen. Denn ob wir noch einmal so viel Glück haben, dass genau die richtigen Leute zur richtigen Zeit da sind, kann keiner garantieren. Ich habe keine Lust, hier jemanden in der Holzkiste mit nach Hause zu nehmen!“ Auch wenn sicher jeder für sich selbst verantwortlich ist, so wird man in einer Gruppe automatisch zur Familie. Und da passt man nun mal auf den anderen auf. Darauf möchte ich mich auch verlassen, wenn mir mal was passieren würde. Ich hoffe jedoch, das tritt nie ein. Auch Jörg hat die Sache merklich mitgenommen. Auch wenn er es versucht zu überspielen. Der Schreck steckt ihm noch mächtig in den Gliedern. An seinen weiten Pupillen bemerke ich schnell, dass es eben noch nicht wieder gut ist. Ich kenne ihn lange genug, um das zu bemerken. Und so schnappe ich kurzerhand seinen Rucksack und schleppe ihn der Berg hinauf zurück zum Kiosk, wo Marion schon lange auf uns wartet. Andrea kommt mit Jörg langsam nach.
Santiago in Sicht

Santiago in Sicht

Oben angekommen, verweilen wir noch etwas, bevor wir uns im Schneckentempo wieder auf den Weg machen. Die Türme der Kathedrale sind bald zu sehen. Doch vor der Stadt muss noch so mancher Bogen gelaufen und so manche Steigung erklommen werden. Immer wieder schaue ich besorgt zu Jörg, der versucht sich nichts anmerken zu lassen. Am Eingang zur Stadt geht es noch einmal sehr lange und steil die Rua de Cantaleta hinauf. Ich bin völlig fertig als wir oben sind. Während Jörg und Marion sich in der Avenida de Rosalia de Castro ein Hotel suchen, hole ich mir was zu trinken aus einer Bar und vergesse doch fast meine Stöcke dort. Immer noch nicht wieder ganz erholt, laufe ich gemeinsam mit den Dreien durch die Altstadt zum Praza do Obradoiro.
auf der Praza do Obradoiro

auf der Praza do Obradoiro

Auch wenn ich nun schon zum dritten Mal diesen Platz betrete, ist es doch immer wieder erhebend. Bis auf das Gerüst an der Kathedrale sieht eigentlich alles aus wie immer. Und trotzdem ist es diesmal ganz anders. Ich denke an meine anfänglichen Qualen und dass ich fast aufgegeben hätte. Und mir geht vor allem das heute Erlebte durch den Kopf. Was hätte alles passieren können. Und das war wohl alles etwas zu viel. Mir ist es völlig Wurst, was die anderen über mich denken, als ich mich mitten auf dem Platz niedersetze und in einen Weinkrampf verfalle. Ich hätte es auch gar nicht unterdrücken können. Es ist wie ein nervlicher und körperlicher Zusammenbruch. Die anderen schauen mich erschrocken an, soviel bekomme ich noch mit. Ansonsten laufen die ersten Minuten an mir vorbei.
angekommen

angekommen

Dann fasse ich mich wieder, auch weil ich auf einem beliebten Fotomotiv sitze, dem Nullstein. Ich reiße mich zusammen und stehe auf. Auf den Nullstein stürzen sich sofort einige asiatische Touristen mit ihren Fotoapparaten. Eigentlich ging mir diese Stadt nach kurzer Zeit bisher immer auf den Keks – der Trubel, die vielen Touristen, der Krach, der Verkehr. Doch irgendwie werden wir hier eigentlich auch zu Touristen. Wir machen die gleichen Fotos, durchstöbern die gleichen Geschäfte nach Klimbim, der hier massenhaft verkauft wird oder sitzen in den gleichen überteuerten Kaffees. Aber es gehört einfach dazu. Genau so wie das Anstehen am Pilgerbüro. So lang war die Schlange jedoch noch nie. Wir sind durch die Ereignisse heute ganz schön spät dran. Die Pilgermesse können wir vergessen, wenn wir uns die Compostela holen wollen. Aber nun bin ich so weit gelaufen. Da will ich die auch haben. Auch wenn sie später dann nur wieder in einer Mappe verschwindet. Ich würde sie später genau so vermissen wie die neue Tasse für die Arbeit, die ich von hier immer mitbringe. Zwei Stunden prophezeit man uns, würde es dauern. Zum Glück geht es dann doch etwas schneller. Die Freiwilligen hinter dem Tresen bewundere ich etwas. Sie fragen hunderte Mal die gleichen Fragen und schauen auch am Abend noch freundlich in die leider nicht immer geduldigen Pilgergesichter.
anstehen am Pilgerbüro

anstehen am Pilgerbüro

Manche müssen den Weg wohl mehrmals gehen, um sich zu ändern. Da sind sie nun wochenlang durch Spanien gelaufen und meckern nun hier, weil sie mal ne Stunde Schlange stehen müssen oder lassen es gar an den Leuten am Tresen aus. Da ist für mich Fremdschämen angesagt. Ich würde sie zurück zum Anfang schicken, damit sie Gelassenheit und Demut lernen. Vielleicht sind sie aber auch nur ein (zu) kurzes Stück gelaufen oder gar gefahren, so dass sie den Spirit des Weges nicht so richtig in sich aufnehmen konnten. Nun ja, es sind alles sehr verschiedene Menschen, die man hier so trifft. Die einen lernen es eher, die anderen später und einige wahrscheinlich nie. Um letztere tut es mir besonders leid. Die ganze Lauferei umsonst….
Aussicht vom Hostal aus

Aussicht vom Hostal aus

Mir tut es auch leid, dass wir nicht mal mehr die Zeit haben, in die Kathedrale zu gehen. Da ist die Pilgermesse fast vorbei und wir nicht stören wollen. Zudem stehen Aufpasser an den Eingängen. Ich habe nicht die Lust, ihnen zu erklären, weshalb ich noch hinein will. Es ist ja gut, dass man so versucht lärmende Touristen wenigstens während der Messen fern zu halten. Die sind mir bisher immer negativ aufgefallen. Da werde ich mich doch nicht auch auf dieses Niveau begeben.
Wir verabreden uns für den Abend vor dem Parador und ich suche mit Andrea unsere Unterkunft. Bereits zu Hause haben wir Betten im Hostal La Salle gebucht. Nicht weit von der Kathedrale finden wir das Haus in einer Seitenstraße der Rua de San Roque. Das Hostal macht auf mich eher den Eindruck eines Hotels, sehr gediegen und geschmackvoll ausgestattet. Noch mehr, als wir statt der gebuchten Gemeinschaftsunterkunft mit Stockbetten ein Doppelzimmer bekommen. Diese Unterkunft kann ich wirklich nur empfehlen. Für Selbstversorger gibt es in einem Gemeinschaftsraum mit schöner Aussicht auf die Kathedrale auch eine Küchenzeile und mehrere Automaten.
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Nach dem duschen gehen wir zurück zum vereinbarten Treffpunkt, um dann eine Bar mit genügend freien Plätzen zu suchen, in der wir unsere Ankunft und unsere Verabschiedung feiern können. Das ist in Santiago nicht so einfach am Abend.
Ja, von Marion müssen wir uns leider heute verabschieden. Sie kommt nicht mit uns nach Muxia. Auch Jörg sieht zum Glück ein, dass es besser ist, zwei Tage hier in Santiago zu bleiben um uns dann mit dem Bus nach Muxia zu folgen. Ob es mein „Zusammenbruch“ auf der Praza, die mahnenden Worte von Marion und Andrea oder sein Schreck über das Geschehene war, was Jörg zur dieser vernünftigen Entscheidung bewegte oder eine Mischung von allem, weiß ich nicht. Ich bin jedoch etwas erleichtert, hätte ihm aber wirklich gern die folgenden drei tollen Tage auf dem Weg nach Muxia gegönnt. Ich weiß sicher, dass ihm die Entscheidung hier zu bleiben, bei seinem ausgeprägten Ehrgeiz sehr schwer gefallen ist.
Abschied von Marion

Abschied von Marion

Manchmal ist es mutiger rechtzeitig aufzuhören als weiter zu gehen und damit seine Gesundheit zu riskieren. Es wird trotz der widrigen Umstände unter der die heutige Etappe litt ein lustiger Abend. Wir versuchen auch Jürgen zu erreichen, der seit heute irgendwo auf dem Camino Ingles unterwegs ist. Das funktioniert aber leider irgendwie nicht. Erst am Ende des Abends, als uns Marion verlässt, wird es noch mal etwas traurig. Wir sind uns jedoch sicher, dass wir sie irgendwann und irgendwo wieder sehen werden.
Morgen gehen wir zu zweit weiter in Richtung Muxia. Die erste Etappe nach Negreira kennen wir bereits von 2012 – auch die zwei heftigen Aufstiege, die auf dieser Etappe lauern. Um der mittäglichen Hitze etwas zu entkommen, haben wir wieder vor, bereits 7 Uhr los zu gehen. Auch wenn es da noch dunkel ist. Auf dem Heimweg mache ich noch ein paar Aufnahmen vom nächtlichen Santiago. Und obwohl noch etliche Bars zu einem „Absacker“ einladen, verschwinden wir ganz schnell in den Betten. Wir sind ja schließlich nicht zum Vergnügen hier…..
Bis morgen!
Epilog:
Jörg geht es inzwischen wieder gut. Er wurde im Herzzentrum Leipzig erfolgreich operiert.
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