Nun ist es also raus. Im nächsten Jahr geht es nach Schottland. Nun werden einige sagen, dann gehört das nicht in diesen Blog… . Richtig, wir werden diesmal nicht auf einem ausgewiesenen Pilgerweg unterwegs sein. Aber für mich hat pilgern eigentlich immer weniger was mit dem Raum in dem man sich bewegt, sondern eher mit einer entsprechenden inneren Einstellung zu tun. Ich bewege mich zu Fuß über weite Strecken in unbekannter Gegend, besinne mich auf das nötige und das wesentliche im Leben, bekomme so den Kopf frei, erlebe alles viel intensiver und lerne vieles neue kennen. Das sind meine Erfahrungen, die ich bisher auf Pilgerwegen immer wieder machen konnte. Und wenn das dann auch noch in schöner Umgebung stattfindet – um so besser (ist aber nicht Bedingung).
Warum nun ausgerechnet Schottland?

der West Highland Way
Eigentlich hat mich der Norden schon seit Anfang der 90er interessiert. Wir waren damals mit dem Bus am Nordcap und je weiter wir nach Norden kamen, um so faszinierender wurde die Landschaft. Was ich bisher auf Fotos und in Filmen gesehen habe, hat mich extrem neugierig gemacht auf das Land der Kelten. Auch wenn der West Highland Way angeblich der Camino Frances der Schotten ist. Die schottischen Highlands versuche ich mir ähnlich karg und leer vorzustellen, wie den Norden Skandinaviens. Wir werden aber sicher nicht allein sein, wenn man den Berichten glauben kann, die ich bisher las. Kulturell kam ich dem Land etwas näher, als eine Truppe von Leuten zu uns in den Heimatverein stieß, die sich damit beschäftigen Baumstämme, Steinkugeln oder Strohsäcke durch die Luft zu werfen und dabei merkwürdig gekleidet sind. “The Vikings” suchten ein zu Hause und fanden es bei uns im Verein. Ja und dann die Musik! Bei “Pipes and Drums” – ich kann nichts dagegen tun, bekomme ich Stachelbeerhaut. Wegen eines typisch schottischen Produktes fahre ich jedoch nicht nach dort hin. – Ich finde Whisky grässlich. Die Liebhaber dieses Gesöffs mögen es mir verzeihen.
Wir werden uns deshalb auch ausgesprochen viel Zeit nehmen für den Weg. Geplant sind neun Lauftage für 154 Kilometer. In sehr guter Verfassung kann man ihn auch in 6 Tagen bewältigen. Aber was sieht man dann noch rechts und links der Route?