von Porto nach Muxia – der letzte Tag in Portugal – von Rubiães nach Valença

Morgengrauen über Agualonga

Morgengrauen über Agualonga

Pünktlich steht heute Morgen das Frühstück auf dem Tisch. Und neben Fernando lässt sich auch die Hausherrin mal blicken. Wir haben so die Gelegenheit, uns nochmals persönlich für das Abendessen zu bedanken, welches sie gezaubert hat, obwohl sie am Morgen noch nicht wusste, dass es Gäste gibt. Auch bei Fernando bedanken wir uns nochmals, als wir uns verabschieden. Er begleitet uns zum Hoftor, natürlich nicht ohne es zu versäumen uns zu bitten, seine Casa da Oliveirinha weiter zu empfehlen. (Er ist schon geschäftstüchtig dieser Fernando.) Das möchte ich hiermit unbedingt tun. Auch wenn es für die meisten Pilger etwas zu kostspielig sein dürfte und für meinen Geschmack zu viel Luxus birgt, diese Unterkunft hat was. Und wenn mal ein Pilger die Nase so richtig voll hat von Massenlagern, Stockbetten, Gemeinschaftsduschen und Schnarchern, dann ist er hier genau richtig, um sich mal einen Abend in schönem und ruhigem Ambiente zu erholen.

Hier der GPS Track zur heutigen Etappe: Klick
QR Code zum Track auf GPSies

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Heute ist es nicht sehr weit, nur etwa 18 Kilometer. Auch das Gelände ist eher eben. Es geht in das Becken des Rio Minho. Der Minho ist 310 Kilometer lang und bildet im Unterlauf für 70 Kilometer die Grenze zwischen Portugal und der autonomen Region Galicien. Der Minho oder auf Spanisch Miño ist uns kein Unbekannter. In Portomarin überquerten wir ihn 2011, als wir auf dem Camino Frances unterwegs waren. Hier speist er den Belesar Stausee, dem die Stadt Portomarin weichen musste. 2012 überquerten wir ihn zum zweiten Mal in Lugo, als wir von Oviedo aus den Camino Primitivo gelaufen sind.
entlang der N 201

entlang der N 201

Doch zurück zum Weg: Nach etwa 500 Metern auf einer Asphaltstraße erreichen wir wieder den Weg. Bis Rubiães gehen wir ihn also nun ein zweites Mal. Von einem richtigen Ort kann man hier wie bereits geschrieben eigentlich nicht sprechen. Die Anwesen liegen alle recht weit auseinander. Es gibt hier außer der Pilgerherberge noch mehrere Möglichkeiten, ein Bett für die Nacht zu bekommen. Alle haben aber eins gemeinsam, falls im Haus nichts zum Abendessen angeboten wird oder nicht gekocht werden kann, dann bedeutet dies in der Regel, einen langen Weg bis zum einzigen Restaurant auf sich zu nehmen. Also hat sich der Besitzer was einfallen lassen und bietet einen Shuttleservice an. Ein Anruf genügt (251 782 390, Email: christinada.silva25@hotmail.com). Es handelt sich um das Restaurante O Constantino. Fernando gab uns diesen Tipp, obwohl er ja eigentlich selbst Umsatz machen wollte. Das Preis – Leistungsverhältnis soll übrigens sehr gut sein. Eine weitere Möglichkeit bietet das Restaurant Bom Retiro, welches sich nahe der Pilgerherberge befindet. Der Weg führt uns indes direkt an der Pilgerherberge vorbei. Sie macht äußerlich einen guten Eindruck. Vielleicht hätten wir hier auch noch ein Bett bekommen, schießt es mir wieder durch den Kopf und unsere Reisekasse wäre jetzt fast 120 Euro dicker. Doch schnell weg mit den Gedanken. Wir hatten einen schönen Abend – basta.
Ponte Romanum

Ponte Romanum

Auf der Karte betrachtet, macht der Weg in Rubiães einen mächtigen Schlenker. Und es sieht so aus, als ob man hier mächtig abkürzen könnte. Wenn man aber nun in Echt sieht, wie der Wegverlauf und das Geländeprofil in Wirklichkeit ist, erkennt man ganz schnell, dass man diesen Umweg laufen muss. Links neben der Straße geht es steil nach unten. Und dort unten muss der Weg dann weiter gehen. An der Spitzkehre geht es übrigens geradeaus zum Restaurant Bom Retiro. Auf einem mit viel Grün gesäumten Weg erreichen wir nach etwa 400 Metern die Ponte Romana über den Rio Coura. Wir befinden uns auf der einstigen Römerstraße Via Romana XIX. Gleich nach der Brücke biegt der Weg nach rechts ab und wir erreichen wieder die N 201. Wären wir auf der Straße geblieben, würde das sicher kürzer gewesen sein. Wir hätten jedoch die hübsche Brücke nicht gesehen. Zum Glück verlassen wir die stark befahrene N 201 bald wieder.
unterwegs auf Römerstraßen

unterwegs auf Römerstraßen

Wir laufen auf dem groben Pflaster dieser uralten Römerstraße. Das Gelände steigt moderat, jedoch stetig an. Wir gehen abwechselnd durch keine Wäldchen oder über Felder. In Sao Bento haben wir ein Drittel der Tagesetappe geschafft. Grund genug, um in die Bar hinein zu gehen, die direkt am Weg liegt. Für einen Kaffee oder ne Cola ist immer Zeit. Ein paar Einheimische halten sich da bereits an einem Weinglas fest. Gleich hinter der Kirche zweigt ein Feldweg nach links von der Straße ab und wir müssen nicht weiter auf dem Asphalt laufen. Durch die Reste eines angekohlten Waldes geht es auf einem recht unbequemen Weg steil nach unten.
Panorama über das Becken des Minho

Panorama über das Becken des Minho

Dann plötzlich, wir sind auf dem Abstieg noch nicht ganz unten, öffnet sich vor uns ein weites Panorama über das Becken des Rio Minho. „Na das ist doch mal ein Panorama!“ entfährt es mir und ich mache einige Fotos. An derartigen Hotspots mache ich lieber mehrere davon, falls die Kamera mal daneben hauen sollte bei Belichtung oder Fokus. Was sich daran anschließt, ist eine sehr steile Passage, die uns in den Weiler Gontomil führt. Hier treffen wir auch „unseren“ Berliner wieder, der immer noch große Probleme beim Laufen hat. Seine Tochter erblicken wir wieder weit voraus. Diese alten Pflasterstraßen sind auf die Dauer eine Tortur für die Füße. Ich nutze dann oft den Randstreifen, da der viel ebener ist. Erst vor Pereira wechseln wir auf eine asphaltierte Dorfstraße – welch eine Erholung. Direkt vor Fontura verlassen wir die Straße nach rechts auf Trittsteine, die neben einem Bachlauf aneinander gereiht sind, so wie wir es in ähnlicher Weise kurz hinter Ponte de Lima bereits gesehen haben.
Rast in Fontura

Rast in Fontura

In Fontura haben wir weit über die Hälfte der Tagesstrecke hinter uns. Es ist bereits nach 13 Uhr. Während es am Vormittag noch recht kühl war, steigen nun die Temperaturen stark an, nach meinem Empfinden jedenfalls. Auch wenn es objektiv vielleicht gar nicht so massiv ist, nimmt auf alle Fälle aber die Sonneneinstrahlung zu. So, dass sich über meiner Hutkrempe der Schweiß staut. Seit Schottland habe ich diesen Hut und ich liebe ihn. Er ist leicht, passt wie angegossen und verhindert wirkungsvoll, dass Schweißtropfen auf die Rückseite meiner Brillengläser tropfen. Das macht mich´oft wahnsinnig, vor allem wenn man bei der Gartenarbeit ist oder irgendwas werkelt. Und so lasse ich ihn auch bei dieser Hitze auf.
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Mein Wasser geht langsam zur Neige. Apropos Wasser: Wie auf den Fotos zu erkennen ist, hat es hier eine Änderung meiner Ausrüstung gegeben. Leser meines Blogs wissen, dass ich bisher auf Trinkschlauch nichts kommen ließ. Ich habe aber auch immer neben den Vorteilen auch die Nachteile benannt. Und das sind die umständliche Reinigung und dass der erste Schluck recht heiß werden kann, wenn der Schlauch lange der Sonne ausgesetzt ist. Leitungswasser, oft auch noch gechlort, schmeckt lauwarm noch fürchterlicher. Also habe ich mir bei Decathlon solch einen Flaschenholster für den Schulterriemen des Rucksacks gekauft. Der wird mit Klettverschlüssen am Riemen in Schulterhöhe befestigt, so dass man immer Zugriff auf die Flasche hat. Diese sollte man immer mit dem angebrachten Gummi sichern, da sie sonst raus fällt, wenn man sich bückt oder man den Rucksack absetzt. Am Anfang ist die Flasche oft im hohen Bogen davon geflogen, wenn ich den Rucksack absetzte. Und sie hat davon einige Beulen davon getragen. Ich hätte auch jemanden erschlagen können damit. Bisher bin ich sehr gut mit dem Halter zurechtgekommen und ich werde wohl dabei bleiben.
So, gut damit. Ich habe jetzt Durst! Direkt gegenüber der Pfarrkirche von Fontoura, die dem Heiligen Michael geweiht ist, befindet sich unmittelbar an der Straße eine Bar. Wir bleiben auf der schmalen Terrasse davor, legen die Füße auf das steinerne Geländer und lassen uns ein sehr kühles Bier schmecken. So macht das Leben Spaß!
Wegweiser bei Paços

Wegweiser bei Paços

Der anschließende Weg hält sich heute fern von den großen lauten Straßen. Diese überqueren wir zwar immer mal, aber insgesamt ist die heutige Etappe recht ruhig. Bei Paços beschreiten wir wieder mal eine alte römische Brücke, die Ponte Romana de Pedeira. Ich hätte sie fast nicht bemerkt. Hier entdecken wir auch diesen auf dem Foto abgebildeten interessanten Wegweiser. Es ist nicht mehr weit bis Valença. Und auch Santiago rückt immer näher. Hinter Tui erreichen wir die magische 100 Kilometer Grenze. Zur Erinnerung: 100 Kilometer muss ein Jakobspilger mindestens laufen, um eine Compostela begehren zu können. Was bedeutet das noch? Ab Tui wird es sicherlich voller auf dem Weg. Zuvor müssen wir jedoch noch über diese recht karge Hochebene, die auf mich recht langweilig wirkt. Mal rechts, mal links von den Fernverkehrsstraßen gehen wir anschließend im Zickzack durch kleine Ort. Der letzte vor Valença ist Arão.
Pilgerherberge S. Teotonio

Pilgerherberge S. Teotonio

Hier trennen sich unsere Wege. Denn Andrea und ich wollen zur Pilgerherberge, während Jörg, Jürgen und Marion sich eine Pension oder ein Hotel suchen wollen. Wir laufen also geleitet von meinem Smartphone über einen weitläufigen Parkplatz auf ein Neubaugebiet zu. Die Herberge S. Teotonio de Valença finden wir in der Avenida dos Bombeiros Voluntarios (Straße der freiwilligen Feuerwehr) direkt neben der Feuerwache. Auf einem gepflegten Gelände steht ein zweistöckiges gut renoviertes massives Haus. Ich habe wirklich schon schlimmere Häuser gesehen, in denen wir untergebracht waren. An der Rezeption begrüßt uns etwas lustlos eine junge Frau.
Aufenthaltsraum der Herberge

Aufenthaltsraum der Herberge

Die Formalitäten sind recht schnell erledigt und wir können uns ein Bett im Schlafraum suchen. Dieser ist noch wenig belegt. So wie vorausgesagt, gehen wohl die meisten Pilger weiter über den Minho nach Tui, welches nur 3 Kilometer weiter ist. Die Herberge hier in Valença ist voll ausgestattet. Wir sehen einen großen Gemeinschaftsraum, eine Küche und einen Waschraum. Die Waschmaschine darin ist kostenlos. Wir packen alles zusammen und wählen das kürzeste Waschprogramm, damit die Wäsche bis morgen noch trocken wird. Ein Trockner ist nämlich leider nicht vorhanden. Auch hier gibt es wieder diese Kunstleder – Matratzen. Na das wird ne schöne Rutscherei wieder werden. Da erst wenige Betten belegt sind, scheue ich mich nicht, ebenfalls wie Andrea ein Bett im unteren Stockwerk zu belegen. Sonst krabble ich ja regelmäßig nach oben. Wichtiger ist jedoch, dass ich der „Herr“ des Fensters bin. Nachts kann es in so einem Schlafraum recht stickig werden. Ich berichtete bereits von früheren Touren… Und da ist es gut, wenn man nachts, wenn alles schläft, das Fenster wieder öffnen kann. Vor allem die Spanier frieren anscheinend sehr schnell. Denn obwohl sie oft in Daunenschlafsäcken nächtigen, verrammeln sie auch im Sommer alle Fenster und Türen.
Altstadt von Valença

Altstadt von Valença

Es ist etwa 18 Uhr, als wir alles erledigt haben und uns in die Stadt aufmachen. Valença hat eine sehr interessante Altstadt. Sie ist komplett innerhalb einer alten Festung gebaut worden. Das Gebiet war bereits lange vor den Römern besiedelt. Davon deuten Felszeichnungen, die man in der Nähe gefunden hat. Die Nähe des Flusses hat sicher auch die Römer dazu bewegt, sich hier nieder zu lassen. Hier in der Nähe wurde „Castrum Tydis“ als römische Grenzfestung bekannt. Später eroberten die Araber mehrfach diesen Ort, wurden aber im Verlauf der Reconquista von der Iberischen Halbinsel verdrängt. 1139 wurde Portugal unabhängig, jedoch von den Königreichen Leon und Kastilien ständig bedrängt. Etwa 1200 entstand deshalb hier ein Vorläufer dieses Kastells als Grenzfestung. Lange hielt sie den anstürmenden Spaniern nicht stand. So dass sie immer wieder neu aufgebaut werden musste. Nach der Zerstörung durch Leon ließ König Alfonso der II. den Ort 1217 neu besiedeln und verlieh ihm Stadtrechte. 1262 erhielt Valença seinen heutigen Namen. Schon damals nutzten Jakobspilger den Ort regelmäßig als Zwischenstation auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela. Im 14. Jahrhundert wurde der Ort bedeutend ausgebaut. Die heutige Form der Festung stammt jedoch aus den sogenannten Restaurationskriegen im 17. Jahrhundert. 1657 bis 68 trotzte die Festung mehrfach den spanischen Angriffen. Auch Napoleon bemächtigte sich natürlich dieser Festung. Während es monarchistischen Aufstandes Anfang des 20. Jahrhunderts stellte sich Valença auf die Seite der Republik und trotzte mit seiner Festung den Angriffen der Monarchisten. Soweit ein kleiner Ausflug in die Geschichte der Stadt.

Einkaufsparadies Valença

Einkaufsparadies Valença

Die Tore Porta da Coroada und Porto do Meio führen durch die Festungsmauern in die Altstadt. Durch letzteres betreten wir die quirlige Altstadt. Warum quirlig? Valença ist ein Einkaufsparadies für die Spanier, die in Scharen hier jeden Tag über die nahe offene Grenze kommen. Das Preisniveau ist, wie schon mehrfach bemerkt, sehr viel niedriger als in Spanien. So gibt es hier jede Menge Geschäfte, die vor allem Textilien und Schuhe anbieten. Auch die Gastronomie ist hier wesentlich günstiger als die im nahen Tui. Zudem gilt die portugiesische Küche als schmackhafter als die spanische. So sind wir etwas überrascht von dem Trubel, der hier herrscht. Trotzdem wirkt die Stadt sehr aufgeräumt und sauber. Viele Häuser sind mit Azulejos reich verziert und zeugen davon, dass Valença keine arme Stadt ist.
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Wir wollen uns hier mit den anderen Dreien treffen und nehmen in einem Kaffee direkt vor dem Rathaus platz. Noch bevor ich anrufen kann, meldet sich Jörg und ich teile ihm mit, wo er uns finden kann. Und da kommen sie auch schon die breite Geschäftsstraße herunter. Viel Zeit bleibt nicht für einen Kaffee oder ein Bier. Denn wir wollen noch vor Sonnenuntergang etwas von der Stadt sehen. Und so schlendern wir weiter durch die Gassen, vorbei an den vielen Geschäften.
das Rathaus

das Rathaus

Andrea schaut nach einem neuen Slip. In Barcelinhos ist auf dem Trockner einer von ihren abhandengekommen. Vielmehr – er wurde verwechselt. Denn es hing nur noch einer auf der Leine, in den sich Andrea hätte einwickeln können. Wir haben uns vorgestellt, wenn diejenige, die den falschen Slip nun im Rucksack hat versucht, diesen anzuziehen. Aber das kann passieren in der Hektik am Morgen. Das ist nie böse Absicht. Es ist ganz selten, dass in Pilgerherbergen was gestohlen wird. Und wenn, dann schleichen sich absichtlich Diebe ein. Andrea entdeckt ganz schnell einen Laden, in dem sie fündig werden könnte, sucht sich drinnen die passende Größe aus und will den Slip bezahlen. Doch die Verkäuferin zerrt sie nach draußen. Sie soll sich noch zwei weitere aussuchen. Die gibt es nur im Dreierpack. So kommen wir für 5 Euro zu zwei Ersatz – Slips. Schade, dass sie mir nicht passen :)).
Blick auf Tui und den Rio Minho

Blick auf Tui und den Rio Minho

Wir erklimmen die Zitadelle und stehen vor einem Panorama, welches seines Gleichen sucht. Unter uns fließt der Minho, über den sich die internationale Brücke spannt. Am anderen Ufer, also in Spanien liegt um einen Berg herum die Stadt Tui. Oben auf dem zentralen Hügel der Stadt steht die Kathedrale. Die Sicht und das Himmelsspiel ist heute besonders schön und so entstehen hier viele Fotos. Diese Brücke da unten war lange der einzige Übergang über den Minho zwischen Spanien und Portugal. Die beiden iberischen Länder waren sich vor dem Beitritt zur EU lange nicht besonders grün.

Selbstauslöser

Selbstauslöser

Schnell wird es dunkel. Morgen gehen wir nach Spanien und dort betreten wir eine andere Zeitzone. Man „stielt“ uns eine Stunde. Wir haben morgen also eine ganze Stunde weniger zur Verfügung, um nach O Porriño zu gelangen. Das sind zwar morgen nur 22 Kilometer aber wer weiß, was auf dieser Strecke wieder alles passieren kann.
Kathedrale von Tui

Kathedrale von Tui

Also geben wir uns wenig Mühe bei der Auswahl eines Restaurants für unser Abendessen. Wir hätten es eigentlich wissen müssen: Wo ein „Fänger“ draußen steht und aggressive Werbung macht, muss es irgendeinen Haken geben.
im Abendlicht

im Abendlicht

Das Restaurant selbst wirkt auf mich bereits beim Hineingehen nicht gerade gemütlich. Wäre ich allein, würde ich sofort Kehrt machen. Es gleicht eher einem Speisesaal und an den Wänden hängen unzählige militaristische Fotos und andere Exponate. Das passt sicher gut in dein Militärmuseum. Aber hier? Nun gut, wir wollen nur was essen. Wir bestellen alle Fisch. Auf den Tisch wird ein Teller mit kleinen runden Käselaiben und Brot gestellt. Wir kosten und der Käse schmeckt wirklich gut. Besser, viel besser jedenfalls als der Fisch, der uns da lieblos vorgesetzt wird. Das sieht hier alles nach Massenabfertigung aus. Und ständig werden wir gedrängt, noch weiteres zu bestellen.
DSC00484Bei der Rechnung nimmt man sich dafür aufreizend viel Zeit, obwohl das Personal in Anbetracht, dass wir fast allein hier sind, genügend Zeit für uns hätte. So viel, dass wir es den dreien überlassen müssen, die Rechnung zu begleichen. Wir müssen 22 Uhr in der Herberge sein. Sonst ist sie zu. Ich hinterlasse 30 Euro und wir verabschieden uns. Später erfahren wir, dass das bei Weitem nicht gereicht hat. Für die vier Stückchen Käse wollten die wirklich 30 Euro haben. Das nenne ich Wucher. Zudem diese Vorspeise nirgends ausgepreist war. Wenn dann wenigstens das Hauptgericht geschmeckt hätte… Wir ärgern uns über uns selbst. Da alle Anzeichen darauf deuteten, dass man hier betrogen wird. Also aufpassen!!
Unterdessen eilen wir noch vor der Rechnung zur Herberge. Zu unserem Entsetzen ist die Tür jedoch bereits verschlossen. Wir finden ein Ziffernschloss und einen Fingerabdruckscanner neben der Tür. Sollte auf unserem Beleg der Code stehen? Der nützt uns jetzt überhaupt nichts, da der im Rucksack steckt. Wir laufen um das Haus auf der Suche nach einer offenen Tür oder nach einem Pilger im Haus, der noch nicht oben in der ersten Etage im Bett liegt. Erleichterung! Im Aufenthaltsraum brennt noch Licht und man bemerkt unser Klopfen.
Puhh, noch mal Glück gehabt.
Bis morgen, Gert.

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