von Porto nach Muxia – 8. Etappe – Reondela – Pontevedra

am Morgen durch Redondela

am Morgen durch Redondela

Unseren Schlüssel zur Herberge versenke ich pünktlich um 7 Uhr im Briefkasten des Hauses. Dann machen wir uns auf die Suche nach einer Bar, in der wir frühstücken können. Bisher sind wir eigentlich immer schnell fündig geworden. Und so müssen wir auch heute nicht lange suchen, bis wir eine finden. Ein paar nette Leute auf der Straße erkennen sofort, wonach wir suchen und deuten mit dem Finger in die richtige Richtung. Das Übliche: „Tostada i Café con Leche, por favor“. Kaffee ist unbedingt notwendig zum „titschen“. Denn sonst bricht man sich die Schneidezähne raus, so kross ist das Weißbrot meist getoastet. Wir lassen uns Zeit. Denn erstens ist es noch dunkel draußen und zweitens sind es heute auch wieder nur etwas über 20 Kilometer. Wir konnten ja die heutige Etappe teilen. Die Unterkunft in Pontevedra haben wir sicher. Da die dortige Herberge etwas außerhalb des Zentrums liegt, wollen wir in einer Pension im Zentrum übernachten. Der nette Hospitalero von Redondela hat uns dort angemeldet, zumindest Andrea und mich. Jörg wird im gleichen Hotel übernachten, in dem sich Marion bereits einquartiert hat.
Hier der Link zum GPS Track der heutigen Etappe: Klick
QR Code zum Track auf GPSies

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hinter Redondela

hinter Redondela

Heute erwarten uns zwei nette Aufstiege, einer vor und einer hinter Arcade. Doch zunächst wandern wir durch die schmalen Gassen von Redondela, in denen sich noch nicht viel Leben zeigt. Am Ortsausgang treffen wir auf die Hauptstraße. Hier übersehen wir entweder einen Wegweiser oder es gibt gar keinen. So laufen wir also weiter an der N550 entlang, auf der sich gerade der Montagmorgenverkehr entwickelt. „Nee, hier sind wir verkehrt“ sage ich laut, um den Verkehrslärm zu übertönen und schaue auf mein Smartphone, das ich zuvor wegen meiner aufkeimenden Unsicherheit aus der Tasche gekramt habe. Das Handy zeigt mir eindeutig, dass wir nicht mehr auf dem Weg sind. Der verläuft weiter links durch eine Nebenstraße. Den Abzweig müssen wir also verpasst haben. Die erste Möglichkeit, nach links abzuzweigen, um wieder auf den Weg zu gelangen, versperrt uns ein Eisentor. Ein paar Schritte weiter gibt es dann aber doch noch einen Abzweig, der uns wieder auf den rechten Pfad zurück verhilft. Die kleine Asphaltstraße bringt uns in einem großen Bogen durch eine Vorstadt – Siedlung jedoch bald wieder zurück zur Hauptstraße. Hier gilt es wieder mal sehr vorsichtig zu sein. Es gibt keinen gesicherten Überweg und wie es scheint auch keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Autos sind ziemlich schnell ran und wir brauchen ein Weilchen, bis wir eine genügend große Lücke finden, um da hindurch zur anderen Straßenseite zu rennen.

kleiner Rastplatz auf dem Weg zum Pass

kleiner Rastplatz auf dem Weg zum Pass

Dort verlässt der Weg die Fernverkehrsstraße zum Glück sofort wieder nach rechts. Etwas bergauf laufen wir durch eine weitere Siedlung, in der uns gut sichtbare beleuchtete gelbe Pfeile nach links auf einen sehr steilen Weg nach oben weisen. Hier scheinen einige schon geradeaus weiter gegangen zu sein. Wie sonst ist die überdeutliche Kennzeichnung zu erklären? Mann, ich komme ganz schön ins Schnaufen auf diesem Anstieg. Und ich bin ganz froh darüber, dass noch vor dem höchsten Punkt uns eine Wasserstelle zur Rast einlädt. Am kleinen Brunnen gibt es einen Messing – Knopf, den man betätigen muss, damit das Wasser sprudelt. Das schmeckt gar nicht so schlecht und ich fülle meine Wasserflasche noch mal auf. Man kann ja nie wissen.
Blick zur Ria Vigo

Blick zur Ria Vigo

In den letzten Tagen ist es ab Mittag immer sehr schnell wärmer geworden. Doch ich will mich nicht beschweren. Wir laufen nun schon den dritten Tag durch Galicien und es hat noch nicht einmal geregnet. Wir haben also richtig Glück mit dem Wetter. Denn Galicien ist eigentlich wegen seines feuchten Klimas berühmt und berüchtigt.
Der Rest des Anstieges ist dann nicht mehr erwähnenswert. Wesentlich ebener führt oben angekommen der Weg durch einen schattigen Wald. Links haben wir, wenn sich mal eine Lücke im Wald bietet, eine schöne Aussicht auf die Meeresbucht, die sich von Vigo aus bis hier her nach Arcade zieht. Am höchsten Punkt vor dem Abstieg nach Arcade erreichen wir eine kleine Asphaltstraße.
Muschelsammlung

Muschelsammlung

Hier fällt uns diese große Tafel mit Jakobsmuscheln auf, die vor einer Ruine steht. Bei der Ruine handelt es sich um die alte Herberge von Malaposta, in der früher Postboten und auch Pilger Unterschlupf fanden. Ob die Muschelsammlung eine nähere Bedeutung hat, kann ich leider nicht ergründen. Auf dem Abstieg finden wir dann doch noch einen schönen Aussichtspunkt zur Ria de Vigo. Davor war der Wald meist zu dicht, um ein schönes Fotomotiv zu finden. Sogar die große Hängebrücke vor Vigo, über die die Autobahn verläuft, ist von hier zu erkennen. Die Gegend und vor allem der Ort Arcade ist durch die Zucht von Austern bekannt.
die Bucht von Vigo

die Bucht von Vigo

Im Brackwasser entwickeln die Schalentiere angeblich ein besonderes Aroma. Ich habe das mal in Kroatien probiert, wo es im dalmatinischen Ston ebenfalls künstliche Austernbänke an einer Flussmündung an der Adria gibt. Obwohl man dort auch damit warb, dass es angeblich die besten Austern zu essen gibt, war das dort meine erste und letzte Auster, die ich gegessen habe. Vielleicht bin ich ein kulinarischer Banause. Aber ich fand, dass diese wirklich frische Auster (Sie hat noch gezuckt, als ich Zitrone drauf träufelte.) einfach nur nach nasser Pappe mit Zitrone schmeckte. Was daran eine Delikatesse sein soll, bleibt mir rätselhaft.
An den Hängen hier in der vor uns liegenden Bucht wird viel Wein angebaut, was meinem Gusto wesentlich mehr entspricht.
Waschhaus in Arcade

Waschhaus in Arcade

Weiter unten treffen wir wieder auf die N550, an der entlang wir in den Ort Arcade gehen. Doch lang mutet man dem Pilger nicht diesen Straßenverkehr zu. Der Weg verlässt nach links die Straße und führt in großem Rechtsbogen wieder zu ihr zurück. Währenddessen passieren wir eines der typischen Waschhäuser, die auch heute noch genutzt werden und die wir auch in Portugal bereits gesehen haben. Gespeist von einer Quelle, befindet sich unter einem Dach auf steinernen Stelzen ein großer, Wasser gefüllter Trog mit schräg nach innen geneigten breiten Kanten. Auf diesen wird die Wäsche mit großem körperlichen Einsatz der Waschfrau „bearbeitet“. Das können wir hier sogar Life beobachten. Kurze Zeit später gilt es wieder Obacht zu geben beim Überqueren der stark befahrenen Straße. Die Spanier sind nach meinem Empfinden zwar etwas rücksichtsvollere Autofahrer als die Portugiesen aber wie überall gibt es natürlich auch hier einige Exemplare, die sich um Geschwindigkeitsbegrenzungen überhaupt nicht scheren. Und so ist manches Auto wieder schneller da, als man zunächst eingeschätzt hatte. Da heißt es „flinke Füße!“
in Arcade

in Arcade

Auf der anderen Straßenseite verschwinden wir sofort wieder weg von der Straße zwischen einem Spalier von kleinen Häusern mit idyllischen Vorgärten. Im Zickzack durchqueren wir diesen ländlich geprägten Randbereich von Arcade, der jedoch am Ende abrupt an einer Straßenkreuzung in große Wohnblöcke übergeht. Hier finden wir an einer Straßenecke eine Bar, in der wir uns natürlich, wie schon einige Pilger vor uns, ebenfalls niederlassen. Heute treffen wir außerordentlich viele Pilger. Nun gut, als „einsam“ kann man den Portugues nun wirklich nicht bezeichnen. Es ist mehr los, als ich noch zu Hause vermutet hatte. Oft ist es so wie auf dem Camino Frances. Man läuft zwar allein, ist aber ständig in Sichtweite von anderen Pilgern, überholt diese oder wird überholt. Die, die einen ähnlichen Rhythmus haben, sieht man öfter wieder. Und die mit dem gleichen immer wieder.
Ponte Sempario

Ponte Sempaio

Den Rio Verdugo, der hier in Arcade in den Atlantik mündet, überqueren wir über die geschichtlich bedeutende Ponte Sempaio. Die zehnbogige Steinbrücke wurde 1795 eingeweiht, geht aber auf einen Vorläufer der Römerstraße XIX zurück. 1809 kam es hier zur letzten Schlacht im Freiheitskrieg gegen napoleonische Truppen. Ein bunt zusammen gewürfeltes Heer aus Galiciern der umliegenden Orte, besiegte hier am 7. und 8. Juli des Jahres die Truppen des französischen Generals Ney und besiegelte die endgültige Niederlage und die Vertreibung der Franzosen aus der Region.
schmaler Aufstieg hinter der Brücke über den Rio Verdugo

schmaler Aufstieg hinter der Brücke über den Rio Verdugo

Die Brücke ist sehr schmal. Trotzdem ist sie für den Straßenverkehr frei gegeben. Wir müssen uns an die steinerne Brüstung drücken, wenn Fahrzeuge uns begegnen. Gleich hinter der Brücke geht es in Mitten von alten Häusern und schönen Kornspeichern steil nach oben. Ein ganzes Stück weiter oben (die Sträßlein sind wirklich sehr steil und schmal!) erkennen wir, dass dies hier auch nur wieder eine kleine Umleitung weg von der Hauptstraße ist. Denn wenig später treffen wir wieder auf diese. So als Tipp: Radfahrer sollten sich die Streckenführung vorher genau einprägen und solche „Umwege“ vermeiden. Denn sehr Rad-freundlich sind die meist nicht. Auch die folgende Strecke ist wohl eher für Fußgänger geeignet oder für Radfahrer, die ihr Gefährt wirklich gut beherrschen. Denn auf dicken ausgetretenen Pflastersteinen, die manchmal stufenartig übereinander gestapelt scheinen, geht es recht steil nach oben zum nächsten Pass. Auch hier befinden wir uns auf der historischen Römerstraße XIX.
Aufstieg zum Alto da Canicouva

Aufstieg zum Alto da Canicouva

Im Fels kann man an einigen Stellen sogar noch die Fahrspuren erkennen, wie sie von den Römern an steilen und schmalen Wegen zur Stabilisierung ihrer Fuhrwerke in den Stein gehauen wurden. Überall am Wegesrand erkenne ich an ihrer typischen Rinde große Korkeichen. Kurz vor der Passhöhe des Alto da Canicouva sitzt Jörg, der wieder etwas schneller hier oben war als wir, auf einem Baumstumpf sitzend am Wegesrand. Wir nutzen die Stelle ebenfalls für eine kurze Rast. Denn der Aufstieg bis hier her war doch recht anstrengend. Nach dem Pass geht es durch die Orte Bergunde und O Alcouce auf kleinen Landstraßen oder Waldwegen vorwiegend bergab. Am Ortsrand von O Alcouce treffen wir auf eine kleine provisorische Bar, die uns sofort zu einer weiteren Rast einlädt.
provisorische Bar bei O Alcouce

provisorische Bar bei O Alcouce

Um eine große Kabeltrommel, die als Tisch umfunktioniert wurde, sitzen auf Holzstämmen bereits Pilger, von denen uns einige heute bereits begegnet sind. Schnell rutscht man zusammen, damit wir drei auch noch Platz bekommen. Zwei junge Mädchen aus Bayern, ein Paar aus Leipzig und eine Holländerin, die wir bereits hinter Ponte de Lima gesehen hatten, komplettieren die Runde. Und als dann auch noch Willem aus Holland mit seiner deutschen Lebensgefährtin Ingrid dazu kommt, wird es richtig kuschelig am Tisch. Wir bestellen wie die anderen einen Teller mit Käse, Tomaten und Zwiebeln. Der Hausherr spricht recht gut Deutsch und beteuert immer wieder, dass die Tomaten nicht wie das Bier aus der Kaufhalle, sondern aus seinem eigenen Garten stammen. Vielleicht will er auch nur den etwas gehobenen Preis des Essens begründen. Eine Portion kostet immerhin 7 Euro. Es ist aber wirklich lecker und sein Geld wert. Zu alledem kommt natürlich die schöne lockere Atmosphäre die hier herrscht und den Ort enorm aufwertet. Willem, der neben mir sitzt, ist ein sehr lustiger Typ. Er wird von der Chefin des „Hauses“ einer, (Wie soll ich mich charmant ausdrücken?) gut genährten, imposanten Erscheinung, wortreich davon überzeugt, dass er hier nicht wie wir anderen Bier, sondern ihren Wein zu trinken hat.
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Und schon hat er eine Steingut – Schüssel mit dem zumindest selbst abgefüllten Rotwein vor sich stehen. Sein Gesicht spricht jedoch Bände, als er probiert. Das scheint kein so guter Tropfen zu sein. Ich bleibe lieber beim Bier und erzähle ihm von meinem Freund aus Nijmegen, dem ich bereits einige typisch sächsische Begriffe beigebracht habe. Er ist nun der zweite Holländer, der auf Sächsisch das Wort „Bemme“ für sein Käsebrot benutzt. Das ganze Prozedere habe ich zum Glück auf Video. Und so ist dieser historische Augenblick für immer gesichert. Wir haben noch mehr Spaß, als die Chefin ihren selbst gebrauten Schnaps auf den Tisch bringt. Der eine ist so eine Art Kräuter- und der andere ein Trester Schnaps. Ich koste natürlich, während die anderen sich etwas zieren. Der Kräuter geht. Aber dieser Tresterschnaps schmeckt so, wie er riecht. Ich schüttle mich und verderbe so der Wirtin wahrscheinlich das weitere Geschäft. Denn eins muss ich sagen, geschäftstüchtig sind die beiden hier.
Um einige Euro ärmer ist der Rest des Weges bis nach Pontevedra jedoch viel lustiger, vor allem weil Willem mit seinem Humor glänzt. Kurz vor Pontevedra kehren wir nochmals ein, bevor wir vorbei am Bahnhof und an der städtischen Pilgerherberge die große Stadt betreten.
Was mich bisher auf Pilgerpfaden immer verwundert hat, man trifft völlig unverhofft gerade in großen Städten auf bekannte Gesichter, obwohl ja hier die Wahrscheinlichkeit normalerweise viel geringer ist. Und so verwundert es mich kaum, als plötzlich Marion vor uns steht.
"Omis alte Wohnung" Casa Alicia

„Omis alte Wohnung“ Casa Alicia

Wir begrüßen uns jedoch nur kurz, verabreden uns für den Nachmittag und wandern weiter zu unserer Unterkunft im Zentrum. Raimund Joos erwähnt die Pension Casa Alicia mit den Worten „kultig kitschig“ und „Omis alte Wohnung“ in seinem Outdoor Führer. Und so präsentiert sich uns die Unterkunft auch. Die befindet sich direkt am Eingang zum Platz Santa Maria im ersten Stock eines Wohnhauses. Es ist eigentlich eine ganz normale Wohnung, die zur Pension umgestaltet wurde. Das Zimmer ist winzig klein und kostet nur 25 Euro die Nacht. Die Leute sind wirklich sehr nett und man fühlt sich sofort wohl hier, obwohl alles doch wirklich sehr altertümlich und kitschig ausgestattet ist.
Wir halten uns nach dem duschen nicht lange auf. Denn Pontevedra besitzt eine sehr schöne Altstadt, die wir natürlich erkunden wollen.
Basilika Santa Maria de Mayor

Basilika Santa Maria de Mayor

Gleich hinter der Plaza Santa Maria befindet sich die gleichnamige Basilika Santa Maria de la Mayor aus dem 16. Jahrhundert. Heerscharen von Touristen befinden sich vor und in der Kirche, so dass wir erst überlegen, ob wir uns diesen anschließen wollen. Doch da wir nicht wissen, wie lange die Tore zur Basilika noch geöffnet sind, lassen wir uns von der Menge hinein schieben. Drinnen bin ich wieder mal empört darüber, wie wenige sich der Umgebung entsprechend verhalten. Ein wahres Blitzlichtgewitter erhellt den von Stimmengewirr gefüllten Raum. Obwohl am Eingang eindeutig ein Schild zu sehen ist, dass das Fotografieren verbietet, wird hemmungslos gefilmt und fotografiert. Wenn man doch wenigstens den Blitz abstellen würde…
Südportal der Basilika

Südportal der Basilika

Wir machen nur einen kurzen Rundgang und treffen uns am Südportal wieder. Dieses ist wohl das Bemerkenswerteste an der Basilika. Als steinernes Geschichtsbuch wurde hier vom Holländer Cornelius de Holanda und dem portugiesischen Künstler Jao Nobre ein wahres Kunstwerk geschaffen. Das reich verzierte Portal ist nicht auf den ersten Blick zu erfassen und neben uns stehen viele, die ebenfalls von diesem Anblick gefangen sind. Hier müssen wir noch mal bei Dunkelheit her, wenn das alles künstlich beleuchtet ist.

Es gilt als sicher, dass sich hier an der Römerstraße XIX, die die Städte Braga und Astorga verband, eine Ansiedlung und eine Brücke über den Rio Lerez befand. Die erste Erwähnung fand die Stadt im Jahre 1169 durch König Fernando dem II. von Galicien, der diese auch gründete. Pontevedra war im 16. Jahrhundert zur größten Stadt Galiciens angewachsen. Fischfang und Handel machten die Stadt reich, was an den zahlreichen prunkvollen Häusern zu sehen ist. Adelspaläste und Bürgerhäuser an den Plaza´s und in den Gassen verdeutlichen dies eindrucksvoll. Wir wandern vorbei am Teatro Principal zur Praza da Ferreira, wo sich hinter einer kleinen Parkanlage der massige Bau des Franziskaner Konvents und der Iglesia de San Francisco aus dem 14. Jahrhundert erhebt. Die Türen zu ihr sind leider verschlossen, so dass wir die breiten Treppen wieder herunter steigen. Na wenigstens hatten wir hier einen schönen Ausblick über den weitläufigen Platz. Nicht verschlossen und deshalb auch zahlreich besucht, ist das Heiligtum der jungfräulichen Pilgerin, Sanktuarium de Virxe Peregrina.
Sanktuarium de Virxe Peregrina

Sanktuarium de Virxe Peregrina

Diese Kapelle stellt einen der geistlichen und architektonischen Höhepunkte auf dem gesamten Caminho Portugues dar. Der Grundriss der barocken Kirche aus dem 18. Jahrhundert gleicht einer Jakobsmuschel. Die auf dem Altarbild dargestellte Pilgerin gilt als Schutzpatronin der Region und verdeutlicht die Bedeutung des Pilgerweges für die Stadt. Auch in der Fassade der außergewöhnlichen Kirche ist die Pilgerin neben San Jose und Santiago in Pilgerkluft zu sehen. Die Wirkung des relativ kleinen aber sehr hohen Innenraumes der Kapelle ist bemerkenswert. Trotz der vielen Menschen, die sich hier drinnen drängen, herrscht absolute Stille.
Praza da Ferreira

Praza da Ferreira

Draußen, wieder auf der Plaza ist das wieder ganz anders. Hier zeigt sich der Charakter dieser quirligen Stadt. Neben den zahlreichen Touristen erkennen wir auch viele Einheimische, deren Leben wie überall in den südlichen Ländern zum Großteil draußen statt findet. Bemerkenswert ist vor allem, wie viele Kinder hier draußen spielen. Auf dieses Lebensgefühl bin ich manchmal richtig neidisch. Zu Hause in Deutschland verkriecht man sich doch lieber hinter seinen vier Wänden und die Kinder werden mit dem Fernseher oder dem Computer „ruhig gestellt“. Doch auch hier findet man sie, die Leute, die kopfgebeugt auf ihr Handy starrend, blind durch die Straßen gehen und denen man laufend ausweichen muss, weil sie einen sonst um rennen.
Blick über die Praza da Ferreira

Blick über die Praza da Ferreira

Wir rennen jetzt nicht weiter, sondern treffen uns hier mit Marion und Jörg. Die haben einen kleinen Snack, etwas Käse, Brot und ein paar Dosen San Miguel besorgt. Wir setzen uns im kleinen Park an der Plaza auf eine Bank und wollen eigentlich in Ruhe essen, als uns ein paar Betrunkene belästigen. Jörg wird sogar angespuckt. Es ist so ekelig, dass er sofort zum Hotel rennt, um sein Hemd zu wechseln. Den Grund für die Attacke kennen die „Penner“ wohl selbst nicht. Wir suchen uns derweil eine andere Bank. Trotzdem bringe ich bis heute diesen kleinen Vorfall mit dieser Stadt in Verbindung. Sowas kann einem auf dem Land eigentlich nicht passieren, dass man ungewollt ein Opfer von solchen Randgruppen wird. Die halten sich nun mal vorwiegend dort auf, wo auch was zu „holen“ ist. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass ich immer ganz froh bin, aus so großen Städten wieder heraus zu sein.
Praza do Teuro

Praza do Teuro

Am Abend gehen wir zur Praza do Teucro. Dort finden wir ein nettes Lokal, in dem wir was essen und ein paar Gläser Wein trinken. Der Platz ist nach dem legendären Gründer der Stadt benannt. Nicht verbrieft, soll sie nämlich weit vor den Römern bereits von Teucro, einem Helden aus dem Trojanischen Krieg begründet worden sein. Nun ja, das wird wohl wirklich eher in das Reich der Legenden gehören. Bemerkenswert ist, dass hier auf dem Plaz im Schutze der Stadt Orangenbäume gedeihen. Die gibt es im doch eher kühlen und nassen Galicien selten.
Für uns verspricht der Wetterbericht für morgen wieder Sonnenschein. Das wird mir langsam unheimlich.
Sanktuarium de Virxe Peregrina Vor dem zu Bett gehen machen wir noch eine Runde um die Basilika Santa Maria, um das angestrahlte Südportal zu fotografieren.

Sanktuarium de Virxe Peregrina

Vor dem zu Bett gehen machen wir noch eine Runde um die Basilika Santa Maria, um das angestrahlte Südportal zu fotografieren.

Südportal der Basilika Santa Maria bei Nacht In einem kleinen Straßenlokal sind wir danach die letzten Gäste. Bei einem Glas Rotwein lassen wir den Tag ausklingen. Bis morgen!

Südportal der Basilika Santa Maria bei Nacht

In einem kleinen Straßenlokal sind wir danach die letzten Gäste. Bei einem Glas Rotwein lassen wir den Tag ausklingen.
Bis morgen!

 

der Schlummertrunk

der Schlummertrunk

 

 

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