von Porto nach Muxia – 7. Etappe – O Porriño – Redondela

DSC00582Wie meist in den Herbergen tapert am Morgen auf der Suche nach den Klamotten alles im Dunkeln herum. Obwohl alle schon wach sind, fasst sich niemand ein Herz und schaltet das Licht an. Ich habe das mal gemacht und prompt böse Blicke und Kopfschütteln geerntet. Also lasse ich es seit dem lieber. Ich schaue, nachdem wir unsere Rucksäcke runter in den hell erleuchteten großen Aufenthaltsraum gebracht haben mit der Taschenlampe unterm Bett noch mal nach, ob nichts liegen geblieben ist. Die letzte Amtshandlung in der Herberge von O Porriño ist das entsorgen der Einweg – Laken. Vor den Schlafräumen stehen große Behälter dafür. Alles gut organisiert hier! Aus dem Automaten gibt es noch einen Kaffee und ein paar Kekse. Dann geht´s los. Draußen nimmt mir dann ein Mitpilger meine Kamera aus der Hand und macht dieses Foto. Wie man sieht, ist es noch dunkel.

Hier der GPS Track der heutigen Etappe: Klick

QR Code zum Track auf GPSies

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Heute trennen sich unsere Wege. Denn Marion und Jürgen wollen durchlaufen bis Pontevedra. Das sind immerhin fast 37 Kilometer. Beide sind eh schneller als wir und Jürgen sitzt die Zeit etwas im Nacken. Er will nach dem Portugues auch noch den Camino Ingles laufen. Wir wollen uns heute mit den 16,5 Kilometern bis Redondela begnügen, zudem wir wegen der kurzen Taxieinlage nach Ponte de Lima ja einen Tag vor unserem Plan liegen. Ich will es auch nicht herausfordern. Denn seit zwei Tagen läuft es richtig gut bei mir. Es ist noch ziemlich dunkel heute Morgen, was natürlich an der Zeitumstellung liegt. Wir sind immerhin eine Stunde früher dran. Das Hotel, in dem Jörg übernachtet hat ist nicht weit weg. Und wir müssen zum Glück nicht lange warten, bis er erscheint. Dass er meist einige Minuten später kommt, daran haben wir uns lange gewöhnt. Heute jedoch ist er überpünktlich. Im Zentrum von O Porriño weist uns ein Straßenkehrer den richtigen Weg. Ich wundere mich etwas über ihn. Denn heute ist Sonntag. Und da ist es schon erstaunlich, wie viele Leute so früh am Morgen bereits für Ordnung sorgen. Ein Stück weiter brennt Licht in einem Kaffee. Jaaa! Ist offen!! Nichts wie rein! Na gucke, wer da noch auf die gleiche Idee gekommen ist. Im Kaffee sitzen bereits Marion und Jürgen. Die wollten ja zeitiger los, wegen der weiteren Strecke. Weit sind sie jedoch noch nicht gekommen. Nutze die Gelegenheit!, sage ich nur…

immer wieder Weinreben

immer wieder Weinreben

Wir verabschieden uns nach ihrem Frühstück ein zweites Mal von ihnen und machen uns nach ner weiteren Viertelstunde ebenfalls auf den Weg. Der führt uns zunächst entlang der Hauptstraße aus dem Ort. Diese ist zum Glück um diese Zeit nicht sehr befahren. Wie gesagt, es ist Sonntag Morgen. Nach der Brücke über die Autobahn A52 und einem anschließenden Kreisverkehr zweigt der Camino jedoch recht schnell hinter dem Ortsausgang nach rechts auf eine ruhige Parallelstraße ab. Es beginnt zu dämmern. Um diese Zeit regt sich hier noch nichts in den kleinen Häusern. Etwa eine halbe Stunde später erreichen wir wieder die N550. Unterdessen ist der Verkehr etwas belebter und wir müssen uns mächtig sputen beim überqueren der Straße. Man könnte dieser nun auf der linken Seite weiter folgen. Mein Track auf dem Handy verweist uns jedoch auf ein kleines Sträßchen, welches halb links nach unten abzweigt. Trotz der darauf folgenden nicht ganz ungefährlichen Überquerung der Bahngleise auf einem ungesicherten Übergang, ist dies wohl die bessere Variante. Vor allem, wenn auf der Nationalstraße Hochbetrieb herrscht.

Iglesia Santa Eulalia

Iglesia Santa Eulalia

Stempel im Pilgerpass

Stempel im Pilgerpass

 

Der weitere Weg bis nach Mos führt uns über kleine Asphaltstraßen durch Vorstadtsiedlungen und Gewerbegebiete. Ab und zu begegnen uns Fahrzeuge auf der sehr schmalen und unübersichtlichen Straße. Da muss man etwas aufpassen. In Mos angekommen sehen wir, dass die Iglesia Santa Eulalia offen ist. Wir gehen hinein und lassen uns einen Stempel in den Pilgerpass drücken. Der nette Herr in der Kirche bedankt sich für unsere Spende mit einem kurzen Glockengeläut. Wenig später läutet es wieder. Ich drehe mich um und sehe, wie weitere Pilger das Kirchlein verlassen. Vom Kirchplatz aus steigt der Weg etwas an und nach etwa 100 Metern sehen wir gegenüber der Pilgerherberge auf der rechten Straßenseite eine offene Bar. Genau der richtige Zeitpunkt für ein zweites Frühstück! Diesen Gedanken hatten zuvor auch Marion und Jürgen. Und so verabschieden wir uns nun abermals, als die beiden aufbrechen. Mich erinnert das sofort an Francois aus Belgien, dem wir 2011 auf dem Camino Frances begegnet sind. In Molinaseca, also fast 200 Kilometer vor Santiago lernten wir uns kennen und haben uns bis nach Santiago fast täglich voneinander verabschiedet. In Santiago saßen wir dann am Nachmittag in einem Kaffee genau vor dem Haus, in dem er abgestiegen war. Wir hatten also wieder einen (diesmal letzten) Grund uns zu verabschieden.

in Mos

in Mos

Ja, so ist das auf so einem Weg. Man trifft auf Menschen, deren Begleitung besonders nachhaltig wirkt. Denn mit Francois haben wir bis heute Kontakt. So geht es uns auch mit Jürgen, den wir nun schon 3 Jahre kennen. Und ich bin mir sicher, dass wir auch Marion irgendwann wieder sehen. Heute, so bin ich mir allerdings sicher, wird das bestimmt nicht noch einmal geschehen. Die beiden sind ziemlich eilig los gestürmt, haben wir sie doch nun schon zum zweiten Mal eingeholt. Jörg und Andrea kaufen sich, als wir nach einiger Zeit ebenfalls aufbrechen ein Eis auf die Hand. Können es aber kaum genießen, da der folgende Weg sehr steil und lang ist. Schnaufen und gleichzeitig am Eis schlecken geht also nicht sonderlich gut. Fast 20 Minuten brauchen wir bis nach oben. Da ist dann auch das Eis endlich alle.

vor dem Abstieg nach Padron

vor dem Abstieg nach Padron

Links und rechts wechseln sich nun weitläufige Streusiedlungen mit lichten Wäldchen ab. Dazwischen befindet sich hier und da ein mit Weinreben abgegrenztes Maisfeld. Oberhalb von Padron lohnt es sich Inne zu halten und den Weg etwa 50 Meter nach rechts zu verlassen, bevor man in den Ort hinunter steigt. Wir stehen wie auf einem Balkon und vor uns öffnet sich ein weites Tal. Es ist nicht mehr weit bis Redondela. Wir sehen von hier aus bereits die Ausläufer der  30 Tausend Einwohner Stadt am Hang kleben. Und ganz unten zwischen den Hügeln sehen wir bereits den Atlantik. Der bildet hier eine Fjord – artige, tief eingeschnittene Bucht, an deren Anfang die Stadt Vigo liegt. Ein Passagierjet im Landeanflug lässt vermuten, dass es nicht weit ist bis zum Flughafen von Vigo.
Eisenbahnviadukt bei Padron

Eisenbahnviadukt bei Padron

Wir reißen uns vom Anblick los und steigen hinab nach Padron, einem kleinen Weiler, der nicht zu verwechseln ist mit der gleichnamigen Stadt kurz vor Santiago. Und wenn ich schreibe „steigen“ dann meine ich das auch so. Schon nach 100 Metern bin ich wieder mal sehr glücklich über meine Treckingstöcke, die das Gehen auf dieser steilen Asphaltstraße einigermaßen erträglich machen. Mein linkes Knie macht schon ne ganze Weile von sich Reden. Sprich – es piekst erträglich aber deutlich wahrnehmbar unter der Kniescheibe. Jetzt ein falscher Schritt – und die Sache ist gelaufen. Marion hat uns vor ein paar Tagen beigebracht, man solle beim Bergab laufen die Knie einbeugen und kurze schnelle Schritte machen.
wir werden beobachtet

wir werden beobachtet

Das sieht zwar sehr ulkig aus, soll aber die schonendste und sicherste Methode sein, schnell ein steiles Gefälle herunter zu gelangen. Daran erinnere ich mich jetzt und sehe auch Andrea, wie sie beginnt zu tippeln. Man will es nicht für möglich halten – das funktioniert. Man könnte sicher auch vorsichtig Schritt für Schritt oder in Serpentinen, die gesamte Straßenbreite nutzend nach unten gehen. Man wäre aber längst nicht so schnell. So langsam offenbart sich mir Marions Geheimnis, weshalb sie immer so weit voraus ist. Sie läuft uns nicht bergauf, sondern bergab davon. Dieser Laufstil geht jedoch fürchterlich in die Oberschenkel. Das ist im Vergleich zu einem kaputten Knie aber sicher das geringere Übel. Muskeln erholen sich schnell wieder. Wenn aber erst mal der Knorpel durch ist und die Knochenhaut aufeinander reibt – aua, aua! Vor allem geht das nicht über Nacht wieder weg. Das bedeutet meist Zwangspause, wenn nicht gar Aufgabe.
Viaducto de Pontevedra

Viaducto de Pontevedra

Unterdessen sind wir nun am Ortsrand von Redondela angelangt. Sofort fällt einem eine riesige Stahlkonstruktion auf, die sich über die Stadt spannt. Es ist eine der Eisenbahnbrücken, die hier zu einer Art Wahrzeichen geworden sind. Am Ortseingang gehen wir entlang der N550 durch unschöne Gewerbe- und Vorstadtgebiete. Wenig später sehe ich, das zweite Brückenmonster über der Stadt. Redondela wird deshalb auch die Stadt der Viadukte genannt, erfahre ich später. Beide Brücken stammen bereits aus dem 19. Jahrhundert. Das südliche Viaducto de Madrid ist etwa 400 Meter lang und wurde 1876 eröffnet. Über diese Brücke verkehrten die Züge von Vigo über Ourense nach Madrid. Im Jahre 1975 wurde sie außer Dienst gestellt. Das etwas jüngere Viadocto de Pontevedra ist 250 Meter lang und wurde 1884 eröffnet. Über diese Brücke verkehren heute auf der Strecke von Vigo nach Pontevedra immer noch Züge direkt über die Stadt. Beide Brücken sind etwa 50 Meter hoch.
Herberge "El Camino"

Herberge „El Camino“

Ein Schild verweist uns nach rechts ins Zentrum der Stadt (Centro Urbano). Bereitwillig folgen wir und passieren die kommunale Herberge von Redondela, die sich in der Casa da Torre, einem alten Herrenhaus befindet. Wir haben uns für heute jedoch die Herberge „El Camino“ in der Rua Telmo Bernandez Nr. 11 heraus gesucht. Geführt vom Handy geht es noch ein paar mal hin und her durch die schmalen Gassen der Stadt, bis wir endlich vor dem alten Herrenhaus stehen. „Hmm, scheint noch geschlossen zu sein.“ Alle Fensterläden und auch die Haustüre sind verschlossen. Egal, ich klingle mal… Eine ganze Weile vergeht, da rappelt von innen jemand an der Tür.
Herberge "El Camino" mit Aussicht zur Santiagokirche

Herberge „El Camino“ mit Aussicht zur Santiagokirche

Ein junger Mann steht vor uns und bittet uns mit einer Geste hinein. Zwei Etagen weiter oben fragt er uns, wo wir her kommen. „Alleman“ entgegne ich ihm. Worauf er uns in gebrochenem Deutsch mit unverkennbar Schweizer Dialekt bittet, ihm zu folgen. Er bringt uns drei in ein kleines Zimmer mit zwei Stockbetten. Die Fliesen auf dem Fußboden sind noch nass. Die Putzkolonne scheint also gerade raus zu sein. Nun ja, nach dem kurzen Weg heute, es ist gerade mal 13 Uhr. Uns gefällt die Herberge ausgesprochen gut. Zudem haben wir das Zimmer für uns allein und die Betten sind frisch bezogen. Die Schlafsäcke können also in dieser Nacht mal im Rucksack verbleiben. Nicht im Rucksack können wir dagegen unsere Schmutzwäsche lassen. Wir haben in O Porriño zwar wenigstens die Handtücher und die Unterwäsche gewaschen. Aber der Rest fängt langsam an zu müffeln. Im schmalen und dunklen Hinterhof gibt es eines dieser hier typischen Handwaschbecken mit angegossenem Waschbrett. Ein benutzbarer Gartenschlauch hängt auch in der Nähe rum. Ein paar Stufen höher im angrenzenden Garten scheint die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Da haben wir die Chance, dass die Wäsche nach dem waschen auch noch trocken wird. Also rubbeln wir auf dem Waschbottich alles mal mit Waschpaste und kaltem Wasser durch. Ich lasse mich dabei von Andrea filmen als Beweis, dass das wirklich jeder selbst mit seinen Klamotten macht. Das hatten wir mal vor dem ersten Camino so ausgemacht. Und bis auf wenige Ausnahmen habe ich mich auch daran gehalten, obwohl ich Wäsche waschen sicher nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zähle. Zum Glück muss ich hier nicht bügeln!!

herrlich!

herrlich!

Im Garten entdecke ich eine bunte Hängematte zwischen zwei mickrigen Bäumen. Ob die mich wohl aushalten? Was soll´s – und schon liege ich in der Matte, obwohl Andrea als sie mein Vorhaben bemerkt, auch gleich ihre Bedenken wegen der dünnen Bäumchen anmeldet. Doch die Bäume erweisen sich als zäher als zunächst befürchtet. Tapfer halten sie meinem Gewicht Stand, so dass unter meinem Hintern gerade noch ein paar wenige Zentimeter Luft über dem Boden bleiben. Sanft schaukle ich mich in den Schlaf. Einzig einige Fliegen, die mir um die Nase summen verhindern, dass ich fest einschlafe. Immer wieder werde ich auch durch mein eigenes Schnarchen geweckt.

große Wäsche

große Wäsche

Auf mein Schnarchen sind sicher auch die Pilger aufmerksam geworden, die gerade die erste Etage bevölkern. Neugierig aber unschlüssig stehen sie einen Meter weg vom geöffneten Fenster und schauen immer wieder zu mir herunter. Doch ich lasse mich nicht stören und versuche weiter einzuschlafen. So lasse ich mir das gefallen! „Nee, ich bleibe erst mal hier liegen. Nicht dass mir noch jemand die Matte streitig machen will.“ Doch irgend wann, ich habe nicht auf die Uhr geschaut, meldet sich mein Magen. Die Sonne verschwindet langsam hinter der Hausecke und es wird merklich kälter so im Schatten. Zum Glück filmt es niemand, wie ich mich aus der Matte wälze. Nee, das ist gar nicht so einfach von ganz tief unten ohne Halt wieder in die Senkrechte zu kommen. Zudem mein Rücken recht steif geworden ist in der Matte. Es muss jedenfalls lustig aussehen, wie ich mich gerade mühe auf die Beine zu kommen.
Park am Rio Avedosa

Park am Rio Avedosa

Jörg ist begeisterter Formel Eins Fan. Heute ist Sonn- und Renntag. Er sitzt mit dem Hospitalero im Gemeinschaftsraum und schaut sich das Rennen an. Deshalb beschließen wir, erst mal allein in die Stadt zu gehen, um etwas zu essen zu suchen. Lange müssen wir nicht schauen. Gleich am Ende der Gasse gibt es an einem Platz mehrere Bars. Ohne lange zu überlegen setzen wir uns in die erst beste. Leider ist es zwar die erste aber eben nicht die beste. Dem Wirt scheint irgend eine Laus über die Leber gelaufen zu sein. Zum Lachen geht der wahrscheinlich in den Keller. Doch nicht nur das – er würdigt uns keines Blickes. Wir sitzen erst mal da wie bestellt und nicht abgeholt. Ich bin wild entschlossen, wieder aufzustehen. Da erbarmt sich

Santiago Kirche

Santiago Kirche

Matamoros auf der Santiagokirche

Matamoros auf der Santiagokirche

unser die Chefin des Hauses. Diese ist nun wieder etwas übertrieben freundlich. Hier stimmt doch etwas nicht! Überall in Spanien bin ich bisher sehr gut bewirtet worden. Gespannt sind wir beide nun auf das bestellte Essen. Das lässt verhältnismäßig lange auf sich warten. Mein Urteil? Ich fasse es mal mit „na ja“ zusammen. Es wäre besser gewesen, wenn ich wieder aufgestanden wäre. Wir scheinen gerade die Leidtragenden eines ausgewachsenen Ehekrachs zu werden. Der Mann vergräbt sich hinter dem Tresen – Bier trinkend und Zeitung lesend, während die Frau weinend aus der Bar läuft. Jörg, der nun dazu kommt, ist vor gewarnt und vermeidet eine Essenbestellung. Er als Vegetarier hätte hier wohl sowieso Probleme bekommen. Die Sache entspannt sich etwas, als der kleine Sohn der Barbesitzer mit der Verwandschaft auftaucht. Die Chefin zumindest ist wieder fröhlich, während er immer noch mit versteinertem Gesicht in der Türe steht und ins Leere blickt. Mann – hier kannste Sozialstudien machen.

Kommunale Herberge Redondela

Kommunale Herberge Redondela

Im Park gibt es viele Spaziergänger und es sieht wie überall an einem Sonntag Nachmittag aus. Da flanieren die alten Damen von Kaffee zu Kaffee, die Jungen stehen an der Ecke und schauen den Mädchen hinterher, die gesehen werden wollen. Da gibt es junge Familien, die von den Kindern motiviert aus der Siesta gerissen wurden und ältere Männer sitzen vor den Bars und spielen Karten. Friedlicher kann diese Stimmung nicht rüber kommen – und dann wieder dieses Rumpeln von oben – das hat diese Stadt nicht verdient! Ein langer Güterzug poltert über das Viadukt aus Stahl. Er scheint fast durch die oberen Stockwerke der Wohnhäuser zu fahren. Wie kann man sowas auf Dauer nur aushalten??

Wir schlendern indes noch etwas durch die Gassen, auch auf der Suche nach einer Möglichkeit zu Abend zu essen. Unser Weg führt an der Santiago Kirche vorbei. Leider ist sie verschlossen. Hoch droben am Giebel über dem Portal mit dem Rosettenfenster sitzt der heilige Jakobus als Matamoros, als „Maurentöter“ auf einem Pferd. Das ist so gut wie der einzige äußere Schmuck, den das Gebäude trägt. Ansonsten ist der spätgotische Kirchenbau aus dem 16. Jahrhundert recht schmucklos und herunter gekommen. Hier und da wachsen bereits Bäumchen aus den Mauerfugen. Wir umrunden die Kirche einmal und gehen zurück zur Herberge.
ein schöner Tag geht zu Ende

ein schöner Tag geht zu Ende

Am Abend entscheiden wir uns für eine gut besuchte Bar gegenüber der, die wir am Nachmittag aufgesucht hatten. So können wir beobachten, dass sich die Laune des Barbesitzers inzwischen immer noch nicht gebessert hat. Die Tische auf der anderen Seite des Platzes sind dementsprechend auch wesentlich weniger gefragt als die um uns herum. Wir haben hier jedenfalls einen schönen Abend mit gutem Essen, gutem Rotwein und aufmerksamer Bedienung.

Ach ja, ne Überraschung gibt es dann auch noch. Marion hat sich gemeldet. Sie wird morgen in Pontevedra auf uns warten.

Wir freuen uns.
Gute Nacht!

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